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Jenapharm setzt nicht nur auf die Pille, ist aber Marktführer in diesem Segment

„Der Pillenmarkt ist in Deutschland rückläufig. Diese Entwicklung hatte auch Auswirkungen auf unseren Umsatz“, so Geschäftsführer Michael Raps. „Dessen ungeachtet sind wir in diesem Segment weiterhin der Marktführer in Deutschland.“

09. Juni 2017 Thüringer Allgemeine, Bernd Jentsch

Jena. Die Firma Jenapharm hat mit ihren Erzeugnissen auf dem Gesundheitsmarkt im zurückliegenden Jahr einen Umsatz von 150 Millionen Euro erzielt.

Der leichte Rückgang von etwa zehn Prozent zum Vorjahr resultiert laut Geschäftsführer Michael Raps aus einem gesunkenen Absatz von Antibabypillen. Zum einen hätten die Hersteller von Generika, also Nachahmerprodukten, ihren Anteil am Markt ausbauen können, zum anderen sinke die Anzahl der Frauen, die auf die Pille als Verhütungsmittel setzten.

"Der Pillenmarkt ist in Deutschland rückläufig. Diese Entwicklung hatte auch Auswirkungen auf unseren Umsatz", so Michael Raps: "Ein Grund hierfür ist zum Beispiel der Wunsch vieler Frauen nach einer hormonschwächeren Verhütung und einer nicht täglichen Pilleneinnahme."

 

Fertigung erfolgt im Werk in Weimar

"Dessen ungeachtet sind wir auch in diesem Segment weiterhin der Marktführer in Deutschland", versicherte Raps. Nahezu jede dritte Pille komme von Jenapharm, der Abstand zum bestplatzierten Wettbewerber, der auf 18 Prozent Marktanteil kommt, sei noch immer groß.

Das Thüringer Unternehmen ist laut Finanzchef Falko Mühlenberg auch auf dem Gebiet der Langzeit-Verhütung, bei der Behandlung von Beschwerden im Klimakterium und bei der gynäkologischen Therapie Marktführer in Deutschland. Dabei steuert man vom Standort in Jena aus das Unternehmen und den gesamten Vertrieb, erläuterte Mühlenberg. "Bei der Forschung greifen wir auf die Möglichkeiten des Mutterkonzern Bayer zurück und gefertigt wird in unserem Produktionsstandort in Weimar", so Mühlenberg. In Jena zählt die Firma aktuell 140 Mitarbeiter, in Weimar sind es 450 Beschäftigte.

Allerdings hat sich das Jenaer Unternehmen in den vergangenen Jahren deutlich breiter aufgestellt. Zwar machen die Erzeugnisse für den Bereich Frauengesundheit noch immer den Löwenanteil am Umsatz aus, doch kommen inzwischen auch Medikamente für die Männer- und die Hautgesundheit aus dem Hause Jenapharm.

"Hinzu kommen noch Kontrastmittel als Lösungen für den Einsatz in Computertomografen", erläuterte Raps. Außer im Bereich Frauengesundheit habe man im vergangenen Jahr in allen Bereichen leichte Umsatzzuwächse erreicht.

Sicherheit bei Verhütung an erster Stelle

Stolz ist man im Management des Jenaer Unternehmens auf die Auszeichnung mit der "Goldenen Tablette", die man im Bereich Gynäkologie im zurückliegenden Jahr bereits zum 14. Mal in Folge erringen konnte. Für die Auszeichnung sind laut Falko Mühlenberg unter anderem die Qualität der Information über Mitarbeiter im Außendienst, Fortbildungsveranstaltungen, Produkt- und Preisinformationen sowie die Qualität der Produkte entscheidend.

Bei der Verhütung gebe es einen Paradigmenwechsel, erläuterte Grit Berghof von Jenapharm. Laut einer aktuellen Studie stehe die Sicherheit bei der Verhütung an erster Stelle bei den Frauen. Doch genau die sei bei der Pille nur gegeben, wenn man sie regelmäßig einnehme, "Jede zweite Frau hat bei der Befragung zur Studie eingeräumt, die Pille in den letzten drei Monaten einmal vergessen zu haben", sagte Grit Berghof.

Die daraus resultierende Verunsicherung wollen viele Frauen nicht länger in Kauf nehmen. Eine Alternative bieten Langzeit-Verhütungsmethoden, wie das Verhütungsschirmchen "Kyleena", das erst vor wenigen Wochen auf den Markt kam.

Jenapharm hat im zurückliegenden Jahr soziale Projekte in Jena mit 27.000 Euro unterstützt, etwa den Freiwilligentag und den Verein "Tausend Taten".

 

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