Langzeitverhütung

Langzeitverhütung beschreibt Verhütungsmethoden, die über einen längeren Zeitraum verhütend wirken , nachdem sie einmal angewendet wurden, ohne dass sie vergessen werden können bzw. „frau“ regelmäßig an die Anwendung denken muss.

Zu den Langzeitverhütungsmethoden zählen das Verhütungsschirmchen/Hormonspirale, die Kupfer-haltige Verhütungsmethoden und das Hormonimplantat.

Verhütungsschirmchen/Hormonspirale

Das Verhütungsschirmchen ist ein kleines „T“ aus flexiblem Material, dessen für 3 bis 5 Jahre anhaltende, empfängnisverhütende Wirkung auf der gleichmäßigen Freisetzung geringer Mengen eines Gestagens (Levonorgestrel) direkt in die Gebärmutter beruht.

Der natürliche hormonelle Zyklus der Frau bleibt erhalten

Im Unterschied zu anderen Verhütungsmethoden, die nur aus einem Gestagen bestehen (z. B. Dreimonatsspritze, Hormonimplantat, die meisten Gestagenpillen), wird mit einem Verhütungsschirmchen der Eisprung nicht unterdrückt. Frauen behalten deshalb in der Regel ihren natürlichen hormonellen Zyklus.

Beschreibung, Wirkweise & Sicherheit

Das Verhütungsschirmchen ist ein kleines „T“ aus flexiblem Material, das vom Frauenarzt/der Frauenärztin direkt in die Gebärmutter eingesetzt wird. Es wird in der Fachsprache auch Intrauterinsystem (IUS) genannt. Das verwendete Material wird auch für andere Produkte in der Medizin wie z. B. chirurgischen Fadenmaterial oder künstliche Gefäßschienen verwendet.

Das Verhütungsschirmchen setzt kontinuierlich geringste Mengen des Gestagens Levonorgestrel in die Gebärmutter frei und wirkt aus diesem Grund in der Gebärmutter verhütend. Dabei gehen nur geringe Mengen des Hormons Levonorgestrel ins Blut über, welche aber nicht die verhütende Wirkung hervorrufen.

Indem sich der Schleimpfropf im Gebärmutterhals verdickt, können die Spermien nicht mehr in die Gebärmutter vordringen. Außerdem werden Spermien in ihrer Aktivität und Befruchtungsfähigkeit gehemmt. Darüber hinaus wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verringert, so dass die monatlichen Blutungen unter einem Verhütungsschirmchen schwächer, kürzer, seltener und auch weniger schmerzhaft werden können, bis dahin, dass gar keine Monatsblutungen mehr auftreten.

Das Verhütungsschirmchen schützt – je nach Präparat – für bis zu 3 bzw. bis zu 5 Jahre sehr sicher vor einer Schwangerschaft und gehört mit einem Pearl-Index von 0,2–0,331 sowohl bei perfekter als auch typischer Anwendung zu den zuverlässigsten Verhütungsmethoden der Welt.

Das heißt: Nur bis zu vier Frauen von 1.000 werden trotz Verhütungsschirmchen innerhalb eines Jahres schwanger – Zum Vergleich: Bei der Pille in der typischen Anwendung, also mit Anwendungsfehlern wie z.B. dem Vergessen, der Anwendung von anderen Medikamenten oder bei Magen-Darm-Problemen können bis zu 90 von 1000 Frauen2 innerhalb eines Jahres trotz Pille schwanger werden.

Das Verhütungsschirmchen eignet sich für Frauen, die nicht regelmäßig an die Anwendung eines Verhütungsmittels denken wollen und für Frauen, die aus gesundheitlichen Gründen keine östrogenhaltigen Verhütungsmittel anwenden können oder wollen.

So wird das Verhütungsschirmchen eingelegt

Das Verhütungsschirmchen wird mit einem dünnen, biegsamen Röhrchen in die Gebärmutter eingeführt. Bei Bedarf kann vorher der Gebärmutterhals lokal betäubt werden.

In der Gebärmutter entfalten sich die elastischen „Ärmchen“ des Verhütungsschirmchens und sorgen für die richtige Lage in der Gebärmutter.

Beim Einlegen kann, ähnlich wie bei einer Monatsblutung, ein ziehendes/drückendes Gefühl im Unterbauch auftreten.

Einige Wochen nach der Einlage sollten Lage und Sitz des Verhütungsschirmchens kontrolliert werden. Danach entscheidet der Arzt, wie oft und in welcher Art Kontrolluntersuchungen notwendig sind.

Hormonimplantat/Hormonstäbchen

Das Hormonimplantat ist ein Kunststoffstäbchen, das auf der Innenseite des Oberarms direkt unter der Haut eingesetzt wird. Es wirkt bis zu drei Jahre empfängnisverhütend.

Beschreibung, Wirkweise, Sicherheit

Das Hormonimplantat ist ein zwei Millimeter dünnes und etwa vier Zentimeter langes Stäbchen, das über einen Zeitraum von drei Jahren das Gestagen Etonogestrel in den Körper freisetzt und somit systemisch im ganzen Körper wirkt und zuverlässig vor einer Schwangerschaft schützt. Das Hormonimplantat hemmt den Eisprung und macht den Schleim im Gebärmutterhals undurchlässig für Spermien. Außerdem wird die Gebärmutterschleimhaut nur in geringem Maß aufgebaut.

Die Verhütungssicherheit des Hormonimplantats ist sehr hoch. Es hat einen typischen Pearl-Index von 0,052 , der auch dem Pearl-Index bei perfekter Anwendung entspricht. Es wird also maximal eine von 1.000 Frauen im Jahr trotz Hormonimplantats schwanger.

Das Hormonimplantat bietet einen sehr hohen Verhütungsschutz für einen Zeitraum von drei Jahren. Im Gegensatz zur Pille treten Einnahmefehler nicht auf. Allerdings muss auch beim Hormonstäbchen an mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten gedacht werden, die die jeweilige Wirkung verstärken, aber auch herabsetzen können.

Weil Wirkstoffe des Hormonimplantats den Darm-Leber-Kreislauf mehrfach durchlaufen, ist ein Einfluss von Magen-Darm-Beschwerden auf die Verhütungssicherheit nicht sicher auszuschließen.

Das Hormonimplantat eignet sich für Frauen, die nicht regelmäßig an die Anwendung eines Verhütungsmittels denken wollen, und für Frauen, die aus gesundheitlichen Gründen keine östrogenhaltigen Verhütungsmittel anwenden können oder wollen.

So wird das Implantat eingesetzt

Das Hormonimplantat wird unter lokaler Betäubung in den Oberarm eingesetzt. Dafür ist ein kleiner Schnitt in der Haut notwendig, dass das Implantat unter die Haut geschoben werden kann.

Drei Monate nach dem Einsetzen sollte ein Kontrolltermin bei der Frauenärztin/beim Frauenarzt stattfinden – den weiteren Untersuchungsabstand legt die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt individuell fest.

Das Verhütungsstäbchen kann bis zu drei Jahre liegen bleiben, anschließend wird es über einen erneuten Hautschnitt wieder entfernt.

Kupferhaltige Verhütungsmethoden

Kupferhaltige Verhütungsmethoden bestehen aus einem mit Kupfer ummantelten Trägerkörper aus Kunststoff. Die verschiedenen Produkte werden je nach Produkt mit verschiedenen Einlagetechniken in die Gebärmutter eingesetzt, wo sie für bis zu drei bzw. fünf oder sogar bis zu 10 Jahre verbleiben können.

Beschreibung, Wirkweise, Sicherheit

Alle kupferhaltigen Verhütungsmethoden verhindern eine Schwangerschaft, indem sie ständig kleine Mengen Kupfer abgeben, die die Überlebensfähigkeit von Samenzellen hemmen bzw. die Samenzellen oder auch eine befruchtete Eizelle abtöten können (kupfer-haltige Verhütungsmethoden können daher je nach Produkt auch zur Notfallkontrazeption eingesetzt werden).

Zusätzlich wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verändert: Eine durch das Kupfer verursachte nicht-bakterielle Entzündungsreaktion der Gebärmutterschleimhaut verhindert, dass sich eine befruchtete Eizelle einnisten kann. Der Pearl-Index der Kupferspirale liegt bei bis 0,8 bis 33 , d. h., bis zu 8 bzw. 30 von 1.000 Frauen werden pro Jahr trotz der Methode schwanger.

Der Verhütungsschutz von kupferhaltigen Verhütungsmethoden hält für bis zu drei bzw. fünf oder sogar 10 Jahre an, Einnahmefehler sind ausgeschlossen, da die Produkte in der Gebärmutter verhütend wirken.

Kupferhaltige Verhütungsmittel greifen nicht in den weiblichen Hormonhaushalt ein und es kommt zu keinem Wirkverlust durch Erbrechen und Durchfall.

Medikamente, die Entzündungen vermindern, können aber die Wirksamkeit von kupferhaltigen Verhütungsmitteln herabsetzen, so dass trotz der Anwendung eines kupferhaltigen Kontrazeptivums theoretisch eine Schwangerschaft auftreten kann.

Sie eignen sich für Frauen, die nicht regelmäßig an die Anwendung eines Verhütungsmittels denken wollen und für Frauen, die hormonelle Verhütungsmethoden nicht anwenden können oder wollen.

Nach Entfernung von Kupferspirale und Kupferkette können Frauen normalerweise sofort wieder schwanger werden.

Unter Verwendung von kupferhaltigen Verhütungsmethoden können die monatlichen Blutungen aufgrund der hervorgerufenen nicht-bakteriellen Entzündungsreaktion der Gebärmutterschleimhaut länger, stärker, häufiger und auch schmerzhafter werden.

Einlage von kupferhaltigen Verhütungsmethoden

Die Ärztin/der Arzt legt die kupferhaltige Verhütungsmethode in die Gebärmutterhöhle ein und überprüft anschließend per Ultraschall, ob sie richtig sitzt. Einige Wochen nach der Einlage sollten Lage und Sitz nochmals kontrolliert werden. Danach entscheidet der Arzt, wie oft und in welcher Art Kontrolluntersuchungen notwendig sind.

Weitere Verhütungsmethoden

Hormonring/Vaginalring/Verhütungsring

Der Hormonring ist ein flexibler Kunststoffring mit einem Durchmesser von etwa fünf Zentimetern, der in die Scheide eingeführt wird und dort für drei Wochen bleibt. Er enthält ein Östrogen und ein Gestagen.

Wie oft muss ich dran denken?

monatlich

Wie sicher ist die Methode?

sicher
Bis zu 90 von 1.000 Frauen werden trotz der Anwendung des Hormonrings schwanger.

Wird der natürliche Zyklus beeinflusst?

ja
Der natürliche Hormonhaushalt wird beeinflusst, Eizellreifung und Eisprung werden gehemmt.

Wie wirkt die Methode?

Hormone wirken im ganzen Körper.

Beschreibung, Wirkweise, Sicherheit

Die empfängnisverhütenden Hormone des Hormonrings werden über die Scheide aufgenommen, wirken aber trotzdem – ebenso wie beim Hormonpflaster oder der Pille – im gesamten Körper.

Eine Kombination aus Östrogen und Gestagen verhindert den Eisprung, macht den Schleimpfropf im Gebärmutterhals für Spermien undurchlässig und verändert die Gebärmutterschleimhaut.

Der typische Pearl-Index liegt bei bis zu 92, d. h., bis zu 90 von 1.000 Frauen werden pro Jahr trotz Anwendung des Hormonrings schwanger.

Der Hormonring eignet sich für Frauen, die nicht täglich an Verhütung denken wollen, denn der Ring muss erst nach 21 Tagen entfernt und ein neuer Ring sieben Tage später (am 28. Tag) wieder eingelegt werden.

Sollte der Hormonring doch einmal stören – z. B. beim Sex –, haben Frauen die Möglichkeit, ihn vorübergehend herauszunehmen. Maximal drei Stunden pro Tag sind möglich, damit der Verhütungsschutz erhalten bleibt.

Der Hormonring ist wie die Kombinationspille nicht geeignet für Frauen, die Östrogene nicht anwenden dürfen oder wollen. Die Handhabung des Rings erfordert Übung, unter Umständen ist er beim Sex für beide Partner spürbar.

Der Hormonring darf vier Monate nach dem durch den Apotheker auf der Packung vermerkten Abgabedatum nicht mehr verwendet und nicht über 30 Grad gelagert werden. Weil Wirkstoffe des Hormonrings den Darm-Leber-Kreislauf mehrfach durchlaufen, ist ein Einfluss von Magen-Darm-Beschwerden auf die Verhütungssicherheit nicht ganz auszuschließen. Auch andere Medikamente können die Zuverlässigkeit beeinträchtigen.

So wird der Hormonring eingelegt

Der Hormonring wird von der Anwenderin selbst in die Scheide eingelegt. Bei der ersten Anwendung empfiehlt sich als Zeitpunkt der erste Tag der Regelblutung – alternativ ist auch Tag zwei bis fünf der Periode möglich, dann muss jedoch für die ersten sieben Tage zusätzlich verhütet werden. Der Ring bleibt drei Wochen im Körper und wird dann entfernt und entsorgt. Danach wird eine siebentägige Pause ohne Ring eingelegt, in der normalerweise die Blutung einsetzt.

Anschließend wird ein neuer Hormonring eingeführt, wobei die Einlage immer zur gleichen Zeit erfolgen sollte, da für eine optimale Verhütungssicherheit nur ein Zeitfenster von maximal drei Stunden für die erneute Einlage besteht. Der Ring muss auch dann wieder eingelegt werden, wenn die Monatsblutung noch besteht.

Bei der gleichzeitigen Anwendung von Hormonring und Tampons ist beim Wechsel des Tampons darauf zu achten, dass der Ring nicht aus Versehen unbemerkt mit herausgezogen wird. Der Ring kann für den Sex aus der Scheide entfernt werden, darf aber nicht länger als drei Stunden außerhalb der Scheide sein.

Dreimonatsspritze/Hormonspritze

Die Dreimonatsspritze ist ein Gestagenpräparat, das üblicherweise von der Frauenärztin/vom Frauenarzt verabreicht wird und dann drei Monate lang Schutz vor einer Schwangerschaft bietet.

Wie oft muss ich dran denken?

alle drei Monate

Wie sicher ist die Methode?

sicher
Bis zu 60 von 1.000 Frauen werden trotz der Dreimonatsspritze schwanger.

Wird der natürliche Zyklus beeinflusst?

ja
Der natürliche Hormonhaushalt wird beeinflusst, Eizellreifung und Eisprung werden gehemmt.

Wie wirkt die Methode?

Hormone wirken im ganzen Körper.

Beschreibung, Wirkweise, Sicherheit

Die Dreimonatsspritze wird üblicherweise in den Po- oder Oberarmmuskel oder auch unter die Haut in den Oberschenkel oder Bauch injiziert. Aus dem „Depot“ wird dann das Gestagen über den Zeitraum von drei Monaten langsam ins Blut abgegeben.

Das Gestagen verhindert den Eisprung – zusätzlich sorgt es für eine verdickte Konsistenz des Schleims im Gebärmutterhals. Samenzellen können so schwieriger zur Eizelle gelangen. Außerdem wird die Schleimhaut der Gebärmutter nur vermindert aufgebaut.

Der typische Pearl-Index der Dreimonatsspritze liegt bei bis zu 62, d. h., bis zu 60 von 1.000 Frauen werden pro Jahr trotz Hormonspritze schwanger.

Die Dreimonatsspritze eignet sich für Frauen, die Östrogene nicht vertragen oder nicht anwenden dürfen. Bei der Anwendung sind ggf. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu beachten und auch der Einfluss von Magen-Darm-Beschwerden ist nicht gänzlich auszuschließen, da auch bei dieser Verhütungsmethode der Leber-Darm-Kreislauf eine Rolle spielt.

Die Depotwirkung kann nicht sofort aufgehoben werden. Je nach Anwendungsdauer und Präparat können der Eisprung und die Rückkehr der Fruchtbarkeit nach dem Absetzen verzögert sein.

So wird die Hormonspritze verabreicht

Die Dreimonatsspritze wird üblicherweise von einer Ärztin/einem Arzt in den Gesäßmuskel oder einen Muskel am Oberarm oder aber unter die Haut an Oberschenkel bzw. Bauch injiziert.

Die Frau erhält die erste Spritze zwischen dem ersten und fünften Tag ihrer Menstruation.

Danach wird die Dreimonatsspritze alle zwei bzw. drei Monate –je nach Präparat – angewendet.

Hormonpflaster

Das Hormonpflaster wird auf Bauch, Oberschenkel, Po oder die Außenseite des Oberarms geklebt und einmal wöchentlich erneuert. Die Hormone werden über die Haut aufgenommen und wirken dann im gesamten Körper und verhindern so eine Schwangerschaft.

Wie oft muss ich dran denken?

wöchentlich

Wie sicher ist die Methode?

sicher
Bis zu 90 von 1.000 Frauen werden trotz der Anwendung des Hormonpflasters schwanger.

Wird der natürliche Zyklus beeinflusst?

ja
Der natürliche Hormonhaushalt wird beeinflusst, Eizellreifung und Eisprung werden gehemmt.

Wie wirkt die Methode?

Hormone wirken im ganzen Körper.

Beschreibung, Wirkweise, Sicherheit

Das Hormonpflaster setzt ein Östrogen und ein Gestagen frei, die durch die Haut aufgenommen werden und dann im gesamten Körper wirken. Es verhindert den Eisprung, macht den Schleimpfropf im Gebärmutterhals für Spermien undurchlässig und vermindert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut.

Das Pflaster wird drei Wochen lang jede Woche am gleichen Tag ausgetauscht. Dann erfolgt, ähnlich wie bei der Kombinationspille, eine einwöchige Anwendungspause. In der Woche ohne Pflaster setzt dann meist die Blutung ein.

Der typische Pearl-Index liegt bei bis zu 92, d. h., bis zu 90 von 1.000 Frauen pro Jahr werden trotz der Anwendung eines Hormonpflasters schwanger.

Das Hormonpflaster ist geeignet für Frauen, denen eine einfache Anwendung ihres Verhütungsmittels wichtig ist. Statt täglich an eine Einnahme zu denken, muss das Pflaster nur einmal wöchentlich aufgeklebt werden.

Die Nebenwirkungen des Hormonpflasters sind mit denen der Pille vergleichbar. Zusätzlich sind Hautreizungen möglich. Weil Wirkstoffe des Hormonpflasters den Darm-Leber-Kreislauf mehrfach durchlaufen, ist ein Einfluss von Magen-Darm-Beschwerden auf die Verhütungssicherheit nicht auszuschließen. Auch andere Medikamente können die Zuverlässigkeit dieser Verhütungsmethode beeinträchtigen.

Die Hormone des Pflasters werden über die Haut ins Blut abgegeben und wirken dort genauso wie die Pille.

So wird das Pflaster angewendet

Am ersten Tag der Monatsblutung wird das Pflaster wie ein normales Wundpflaster auf eine Hautstelle an Bauch, Oberschenkel, Po oder Oberarm geklebt.

Über drei Wochen wird das Pflaster einmal wöchentlich immer am gleichen Wochentag gewechselt. Es folgt eine Verhütungspause von sieben Tagen, bevor das nächste Pflaster aufgeklebt wird.

Die einzelnen Pflaster sollten nicht immer auf dieselbe Stelle und nicht auf gereizte Hautpartien geklebt werden. Vorsicht bei rasierten bzw. enthaarten Hautpartien.

Kondom

Das Kondom ist das einzige reversible Verhütungsmittel, das von Männern zur Verhütung angewendet wird und vor sexuell übertragbaren Erkrankungen wie HIV/AIDS, Syphilis, Gonorrhö und Co. schützen kann. Der hauchdünne Gummischutz aus Kautschuk oder Latex ist sehr dehnbar, reißfest und undurchlässig für die Körperflüssigkeiten.

Wie oft muss ich dran denken?

jedes Mal
situativ vor dem Geschlechtsverkehr

Wie sicher ist die Methode?

Als alleinige Verhütungsmethode eher unsicher
Bis zu 180 von 1.000 Frauen werden trotz Kondom schwanger, aber es ist der einzige Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen und sollte deswegen bei wechselnden Partnern immer mit sichereren Verhütungsmethoden kombiniert werden.

Wird der natürliche Zyklus beeinflusst?

nein
Der natürliche Hormonhaushalt und der Eisprung werden nicht beeinflusst.

Wie wirkt die Methode?

ohne Hormone

Beschreibung und Sicherheit

Das Kondom wirkt auf mechanische Weise verhütend, indem es den Samenerguss auffängt, so dass er nicht in Scheide und Gebärmutter gelangt. Als einzige Verhütungsmethode bietet es einen Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

Die Verhütungssicherheit von Kondomen und auch ihre Schutzwirkung hängen von einer korrekten Anwendung und einer unbeschädigten, optimalen Materialqualität ab. Kondome sollten deshalb über ihr Verfallsdatum hinaus nicht angewendet werden.

Der typische Pearl-Index von Kondomen liegt bei bis zu 182, d. h., bis zu 180 von 1.000 Frauen werden trotz Kondom jedes Jahr schwanger. Wer eine Schwangerschaft sicher ausschließen will, sollte zusätzlich mit einer sicheren Methode verhüten.

Kondome sind leicht erhältlich, passen in jede Tasche und sind – mit etwas Übung – einfach anzuwenden. Wichtig ist, auf die richtige Passform zu achten.

Der größte Vorteil von Kondomen: Sie sind der einzig mögliche Schutz vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STI = sexually transmitted infections). Das Auftreten von Allergien ist gerade bei Latexkondomen möglich; es gibt aber auch Kondome aus anderen Materialien. Kondome können bei schadhaftem Material oder infolge von Anwendungsfehlern platzen, reißen oder verrutschen. Öl- oder fetthaltige Cremes können das Material angreifen und die Sicherheit beeinträchtigen – deswegen vor Gebrauch Packungsbeilage lesen und auf die Lagerung achten!

So werden Kondome richtig angewendet

Wichtig vorab: Das Kondom sollte immer vorsichtig ausgepackt und angewendet werden, damit die dünne Latexhaut nicht beschädigt wird.

Vor dem Aufsetzen wird die Luft aus der Spitze gedrückt, die Rolle zeigt nach außen. Dann wird das Kondom auf dem steifen Penis vollständig abgerollt.

Wird das Kondom aus Versehen mit der Rolle nach innen aufgesetzt, bitte nicht einfach umdrehen, sondern ein neues Kondom benutzen, denn es können sich bereits Spermien oder Krankheitserreger auf der Oberfläche befinden.

Nach dem Sex wird das Kondom entfernt, solange das Glied noch erigiert ist, damit kein Sperma in die Scheide gelangen kann. Beim Herausziehen das Kondom an der Peniswurzel gut festhalten!

Diaphragma/Scheidenpessar

Das Diaphragma ist ein mechanisches Verhütungsmittel für die Frau, das vor jedem Verkehr in die Scheide eingelegt werden muss. Es soll zur Erhöhung der Verhütungssicherheit normalerweise immer zusammen mit einem chemischen Verhütungsmittel (z. B. spermizides Gel) angewendet werden.

Wie oft muss ich dran denken?

jedes Mal
situativ vor dem Geschlechtsverkehr

Wie sicher ist die Methode?

eher unsicher
Bis zu 120 von 1.000 Frauen werden trotz der Anwendung eines Diaphragmas schwanger.

Wird der natürliche Zyklus beeinflusst?

nein
Der natürliche Hormonhaushalt und der Eisprung werden nicht beeinflusst.

Wie wirkt die Methode?

ohne Hormone

Beschreibung und Sicherheit

Das Diaphragma ist ein Ring, der mit Gummi, Silikon oder Latex überspannt ist. Es wird so in die Scheide eingelegt, dass es den Muttermund bedeckt und verhindert, dass Spermien in die Gebärmutter vordringen können.

Das Diaphragma muss individuell von der Frauenärztin/dem Frauenarzt angepasst werden und ist ca. ein bis zwei Jahre haltbar. Die Verhütungssicherheit hängt ganz entscheidend von der korrekten Anwendung ab. Die zusätzliche Nutzung eines speziellen Verhütungsgels bzw. –cremes oder auch Zäpfchen, die Spermien abtöten, also spermizid wirken, erhöhen den Empfängnisschutz.

Der typische Pearl-Index liegt bei bis zu 122, d. h., bis zu 120 von 1.000 Frauen werden trotz der Anwendung eines Diaphragmas schwanger. Vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt das Diaphragma nicht.

Das Diaphragma ist vor allem für Frauen geeignet, die keine Hormone zur Verhütung anwenden können oder wollen. Das Diaphragma wird nur angewendet, wenn es zum Geschlechtsverkehr kommt, was die sexuelle Spontanität einschränken kann.

Das Diaphragma sollte nur dann als alleiniges Verhütungsmittel verwendet werden, wenn man die Technik zuverlässig beherrscht, da es häufig zu Anwendungsfehlern kommen kann. Das Diaphragma ist also weniger zuverlässig als hormonelle Methoden. Einführung und Entfernung erfordern eine geübte Handhabung.

So wird das Diaphragma angewendet

Vor dem Sex wird das Diaphragma mit einem spermiziden Verhütungsgel, -creme oder auch -zäpfchen in die Scheide eingeführt. Dort sitzt es wie eine elastische Schutzwand vor der Gebärmutter. Dabei ist der Zeitpunkt entscheidend: Es sollte am besten eine halbe Stunde, jedoch nicht länger als zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt werden.

Die Zuverlässigkeit hängt von der passenden Größe und dem genauen Sitz des Diaphragmas ab. Die richtige Größe ist wichtig, weil sich die Scheide bei sexueller Erregung etwas erweitert. Es muss den Muttermund komplett bedecken und fest sitzen.

Nach dem Sex darf es frühestens acht Stunden später entfernt werden. Nach dem Benutzen wird es mit lauwarmem Wasser gewaschen und gründlich abgetrocknet.

Sterilisation für den Mann und die Frau

Eine Sterilisation kann sehr sicher vor einer Schwangerschaft schützen.

Wie oft muss ich dran denken?

einmal

Wie sicher ist die Methode?

sehr sicher
Bis zu 5 von 1.000 Frauen werden trotz Sterilisation schwanger.

Wird der natürliche Zyklus beeinflusst?

nein
Der natürliche Hormonhaushalt und der Eisprung werden nicht beeinflusst.

Wie wirkt die Methode?

ohne Hormone

Beschreibung und Sicherheit

Um eine Schwangerschaft nahezu endgültig auszuschließen, kann eine Sterilisation in Erwägung gezogen werden. Bei einem operativen Eingriff werden die Eileiter bei der Frau bzw. die Samenleiter beim Mann undurchlässig gemacht, Eizelle und Spermien können also nicht mehr aufeinandertreffen.

Dieses Verfahren ist in der Regel irreversibel und bedeutet eine endgültige Entscheidung gegen eine Schwangerschaft. Grundsätzlich ist eine Sterilisation bei Männern unkomplizierter als bei Frauen.

Der Pearl-Index einer Sterilisation bei der Frau beträgt 0,52, d. h., bis zu 5 von 1.000 Frauen werden pro Jahr trotz Sterilisation schwanger.

Der Vorteil einer Sterilisation ist ihre hohe Sicherheit als Verhütungsmethode. Nach einer Sterilisation muss an die Verhütung nicht mehr gedacht werden.

Die Familienplanung sollte abgeschlossen sein, da eine Sterilisation in der Regel endgültig ist.

Der Eingriff birgt die üblichen gesundheitlichen Risiken einer Operation. Nach einer Sterilisation der Frau besteht ein erhöhtes Risiko für eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft. Nach der Sterilisation des Mannes bleibt der Mann z. T. noch über Monate zeugungsfähig, da Samenzellen noch in den ableitenden Samenwegen überleben können. Deswegen sollte nach der Sterilisation des Mannes noch für eine gewisse Zeit zusätzlich verhütet werden, um eine Schwangerschaft kurz nach der

Sterilisation des Mannes sicher auszuschließen.

Das passiert bei einer Sterilisation

Die Sterilisation der Frau bzw. des Mannes wird heute meist ambulant durchgeführt. Der Eingriff bei Frauen erfordert aber eine Vollnarkose.

Über einen kleinen Einstich in der Nähe des Bauchnabels (Bauchspiegelung/Laparoskopie) verschafft sich der Operateur Zugang zu den Eileitern, die entweder elektrisch verödet oder mit einem Clip abgeklemmt werden. So wird der Weg der Eizellen zur Gebärmutter blockiert bzw. die Samenzellen können nicht mehr zu den Eizellen vordringen.

Bei der Sterilisation des Mannes wird der Samenleiter in der Leiste des Mannes unter der Haut aufgesucht und dann durchtrennt. Die Sterilisation des Mannes ist ein vergleichsweise einfacher chirurgischer Eingriff, der meist ambulant und unter lediglich örtlicher Betäubung durchgeführt wird.

Dabei wird der Samenleiter auf beiden Seiten durchtrennt, häufig wird auch ein Teilstück entfernt. Anschließend werden die Enden verschlossen, der Samentransport ist danach unterbrochen.

Alternative und natürliche Verhütung

Alternative Verhütungsmethoden greifen nicht in die natürlichen Vorgänge des Körpers ein, sondern helfen festzustellen, wann eine Frau fruchtbar ist. Sie sind also mehr dazu geeignet, den richtigen Zeitpunkt der höchsten Fruchtbarkeit im Monat festzustellen, wenn man sich eine Schwangerschaft bzw. ein Kind wünscht.

Frauen, die an alternativen Methoden interessiert sind, müssen ihren Körper sehr gut kennen und beobachten. Hilfsmittel sind z. B. Verhütungscomputer oder Fieberthermometer.

Mit den alternativen Methoden der Familienplanung werden die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage anhand bestimmter Körperzeichen jeweils mehr oder weniger sicher erkannt. Dadurch kann die Spontanität des Liebeslebens eingeschränkt werden. An fruchtbaren Tagen ist Sex tabu – es sei denn, man greift auf ein mechanisches und/oder chemisches Verhütungsmittel zurück.

Durchschnittlich haben alternative Verhütungsmethoden einen typischen Pearl-Index von bis zu 242, d. h., bis zu 240 von 1.000 Frauen werden pro Jahr trotzdem schwanger.

Temperaturmethode

Mithilfe der Aufwachtemperatur (Basaltemperatur), die jeweils nach dem eingetretenen Eisprung ansteigt und bis zur Menstruation erhöht bleibt, werden die fruchtbaren Tage im Zyklus ermittelt.

Bei der sogenannten symptothermalen Methode misst man die morgendliche Aufwachtemperatur und beobachtet die Beschaffenheit des Gebärmutterhalsschleims. Zusätzlich kann der Zustand des Gebärmutterhalses ertastet werden.

Schwierigkeiten bereiten unregelmäßige Zyklen, da die sicheren Tage immer erst nach dem Eisprung ermittelt werden können. Das bedeutet unter Umständen Enthaltsamkeit über eine lange Strecke. Insbesondere kurz nach der ersten Monatsblutung (Menarche), in den Wechseljahren, bei unregelmäßigen Tagesabläufen, in Stresssituationen oder bei Erkrankungen ist die Basaltemperaturmethode nur bedingt geeignet.

Verhütungscomputer

Es gibt auch Verhütungscomputer, die die fruchtbaren Tage mithilfe von Hormonanalysen aus dem Morgenurin bestimmen. Bei „rot” heißt es: Vorsicht, Eisprung, jetzt muss verhütet werden! Wird „grün” angezeigt, ist ungeschützter Sex möglich.

Die Anwenderin gibt den Beginn ihrer Monatsblutung ein und wird an bestimmten Tagen aufgefordert, Urinproben durchzuführen und in den Computer einzulesen. Dieser wertet die Hormonkonzentration aus und zeigt fruchtbare und unfruchtbare Tage mit einem Lichtsignal an.

Bestimmte Medikamente und Erkrankungen können das Testergebnis jedoch verfälschen. Als Empfängnisschutz sind Verhütungscomputer daher nicht sehr verlässlich. Zudem sind sie laut Herstellerangaben nur für Frauen mit einer Zykluslänge von 23 bis 35 Tagen geeignet.

Coitus interruptus

Der Coitus interruptus (übersetzt: „unterbrochener Geschlechtsverkehr”) wird noch immer als eine Form der alternativen Empfängnisverhütung praktiziert, ist aber gar keine Verhütungsmethode.

Beim Coitus interruptus zieht der Mann sein Glied kurz vor dem Samenerguss aus der Scheide. Dabei dürfen die Spermien auf keinen Fall in die Nähe der Scheide gelangen – auch nicht über die Hände.

Da oft bereits vor dem Orgasmus etwas Sperma austritt, ist diese Methode nicht geeignet, um eine Schwangerschaft zu vermeiden.

Chemische Verhütungsmittel

Verhütungsmittel auf chemischer Basis (Gels, Cremes, Zäpfchen, Schaum etc.) „inaktivieren“ Spermien und sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Alle Mittel werden in die Scheide eingeführt, wobei eine richtige Anwendung wichtig für die Wirksamkeit ist. Da diese Mittel allein jedoch nicht genügend Schutz bieten, sollten sie mit anderen Verhütungsmitteln, z. B. Diaphragma, kombiniert werden.

Chemische Verhütungsmittel können erst kurz vor dem Sex angewendet werden und wirken für nur etwa eine Stunde. Manche Mittel können Schleimhautreizungen und Allergien auslösen – und zwar bei beiden Partnern.

Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung von Kondomen. Unbedingt in der Apotheke informieren und den Beipackzettel lesen!

1Nelson A et al. Obstet Gynecol 2013; 122:1205-1213.
2Trussell J. Contraception 2011; 83(5):397-404.
3Nach den Leitlinien der DGGG, Stand September 2010.




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