Pille

Was ist die Liebe? Sie gehört zum Leben der Frauen. Und damit zu unseren Aufgaben.

Die Liebe beginnt meist jung. Die erste Liebe - das erste Mal, Aufklärung und eine auf den jungen Körper eingestellte Verhütung sind wichtig. Mit einer Vielzahl von oralen Kontrazeptiva bieten wir ein breites Spektrum für die jeweiligen Bedürfnisse der Frauen, die mit einer Pille verhüten möchten.

In Sachen orale Kontrazeption (Verhütung mit der Pille) sind wir die Spezialisten: Ob Pillen für junge Verwenderinnen, Pillen mit der Zusatz-Indikation zur Therapie der Akne oder starker Monatsblutungen - der große Bereich der oralen Kontrazeption bleibt unsere unangetastete Stärke. Für unsere vielfältigen Produkte in der Verhütung haben uns sowohl die Frauen als auch die Ärzte kennen und schätzen gelernt.

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin beraten, ob die Verhütung mit der Pille für Sie in Frage kommt und welche Pille für Sie die richtige ist. Informieren Sie sich hier zu allen relevanten Themen rund um die passende Verhütung - vom neuesten Wissensstand zur Pille bis hin zu alternativen Methoden.

Wie wirkt die Pille?

Wirkmechanismen

Die Pille bietet Frauen einen sehr hohen Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft. Bei regelmäßiger Einnahme wirkt sie auf dreifache Weise:

  • In den Eierstöcken (Ovarien) wird der Eisprung (Ovulation) verhindert; das Heranreifen befruchtungsfähiger Eizellen wird gebremst.
  • Der Schleimpfropf am Gebärmutterhals bleibt undurchlässig und verhindert so das Eindringen der Samenzellen (Spermien).
  • Durch den Einfluss der Hormone in der Pille verändert sich die Gebärmutterschleimhaut so, dass sich eine befruchtete Eizelle nicht in die Gebärmutter einnisten könnte.

Bei den meisten Pillen folgt nach 21-tägiger Einnahme eine 7-tägige Pillenpause, die ein Absinken des Hormonspiegels verursacht und zur sogenannten Abbruchblutung (das Ablösen der obersten Schicht der Gebärmutterschleimhaut) führt. Diese Blutung ist meist schwächer und weniger schmerzhaft als die Menstruationsblutung einer Frau ohne Pilleneinnahme. Es gibt aber auch Präparate, die in einem 28-Tage-Blister angeboten und ohne Pause angewendet werden. Auch bei diesen Pillen tritt eine Abbruchblutung auf, sofern die letzten Tabletten im Blister keine Wirkstoffe enthalten.

Es kann natürlich vorkommen, dass Sie einmal eine Pille vergessen haben, kurz nach der Einnahme Erbrechen auftrat oder eine Reise mit großer Zeitverschiebung geplant ist. Wie Sie auch in solchen Fällen sorgenfrei bleiben können, erfahren Sie auf den folgenden Seiten:

Was kann die Pille noch?

Jede Frau produziert weibliche (Estrogene und Progesteron) und männliche Geschlechtshormone (Androgene). Dabei regulieren die Hormone nicht nur die Fortpflanzungsfähigkeit, sondern sie wirken z. B. auch auf Knochen und die Haut. Dabei befinden sich alle Hormone in einem natürlichen Gleichgewicht. Durch vielfältige Einflüsse kann das ansonsten perfekt abgestimmte Zusammenspiel der Hormone im natürlichen Menstruationszyklus aus der Balance geraten, z.B. zu Beginn der fruchtbaren Phase, also in der Pubertät, vor den Wechseljahren oder auch bei Stress oder bestimmten Erkrankungen. Durch die Pillen-Einnahme wird der natürliche Zyklus mit all seinen hormonellen Schwankungen ausgeschaltet.

Viele Frauen bevorzugen regelmäßige, möglichst leichte und kurze Blutung. Durch die Pille kommt es zu regelmäßigen Blutungen im Abstand von 28 Tagen. Bei vielen Pillen-Präparaten kommt es darüber hinaus zu einer Abnahme der Blutungsstärke und teilweise auch zu einer Verkürzung der Blutungsdauer um 1 bis 2 Tage.

Ein Zuviel an Androgenen begünstigt die Entstehung einer fettigen Haut eventuell bis zur Akne. Einige Pillen sind speziell zur Therapie einer Akne zugelassen.

Über Nebenwirkungen und Risiken der Pille, inklusive Thrombose- und Krebsrisiko, informieren wir Sie ausführlich unter: Risiken und Nebenwirkungen der Pillen-Anwendung – was ist zu beachten? Hier möchten wir Ihnen Informationen zu möglichen positiven Nebeneffekten der Pille, die nach über 50-jähriger weltweiter Erfahrung mit dieser Verhütungsmethode beobachtet wurden, geben.

Frauen, die über mehrere Jahre mit der Pille verhüten, haben z.B. ein:

Geringeres Risiko für Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom)

Zu den positiven Nebeneffekten der Pille gehört das verminderte Risiko für Endometriumkarzinome. Ohne Pillenanwendung erkranken in den modernen Industrienationen 2,3 von 100 Frauen vor dem 75. Lebensjahr an einem Endometriumkarzinom. Britische Ärzte (Collaborative Group on Epidemiological Studies on Endometrial Cancers, Lancet Oncol 2015; 16: 1061–70) haben den von der Pille ausgehenden Schutzeffekt durch Auswertung der Daten von 36 Studien in Zahlen gefasst.

Der Schutzeffekt der Pille steigt mit der Einnahmedauer: Pro fünf Jahre Einnahme sinkt das relative Risiko für Krebs der Gebärmutterschleimhaut jeweils um etwa ein Viertel. Nach Schätzung der Wissenschaftler wurden die Pillenanwendung in den letzten 50 Jahren 400.000 Endometriumkarzinome verhindert, davon allein 200.000 in den letzten zehn Jahren. Die Zahlen beruhen auf der Gegenüberstellung von 27.276 Frauen mit und 115.743 Frauen ohne Krebs der Gebärmutterschleimhaut, hauptsächlich aus Europa und den USA. Die Krebsrate war bei Frauen, die irgendwann einmal die Pille genommen hatten, um 31% geringer als bei Frauen, die nie damit verhütet haben.

Die schützende Wirkung der Pille wird durch andere mögliche Risikofaktoren wie Übergewicht, Zahl der Schwangerschaften, Hormontherapie in den Wechseljahren, Rauchen oder Alter nicht beeinflusst.

Geringeres Risiko für Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Der schützende Effekt der Pille beim Ovarialkarzi¬nom wurde schon Ende der 70er Jahre erstmals beschrieben und seitdem durch eine Vielzahl von Studien bestätigt. Im Rahmen einer Metanalyse, die 45 Studien dazu auswertete (Collaborative Group on Epidemiological Studies of Ovarian Cancer, Lancet 371: 303–314, 2008), wurden die Daten von 23.257 Frauen mit und 87.303 Frauen ohne Ovarialkarzinom analysiert.

Auch hier gilt: je länger Frauen die Pille eingenommen haben, des¬to deutlicher war die Risikoreduktion, die auch länger als 30 Jahre nach Absetzen der Pille noch bestand. Wenn die Pille vor weniger als 10 Jahren abge¬setzt wurde, ergab sich pro 5 Jahre Pilleneinnahme eine Risikoreduktion um jeweils 29 %, bei Absetzen vor 10-20 Jahren eine Reduktion um jeweils 19 % und bei Absetzen vor 20-29 Jahren immer noch eine Reduktion um jeweils 15 %.

Es wird angenommen, dass eine 10-jährige Pillen-Verwendung die Häufigkeit für Eierstockkrebs von 1,2 auf 0,8 pro 100 Frauen reduziert, und das Risiko, an dieser Erkrankung zu versterben, von 0,7 auf 0,5 sinkt. Es wird ebenfalls postuliert, dass die Pille bereits etwa 200.000 Ovarialkarzinome und 100.000 hierdurch verursachte To¬desfälle verhindert hat und dass in den nächsten Jahrzehnten die Zahl der verhin¬derten Krebsfälle weiter ansteigen wird.

Risiko für einige andere Erkrankungen, wie z.B.

In der Literatur gibt es verschiedene Hinweise, dass die Anwendung der Pille auch das Risiko einiger anderer Erkrankungen reduzieren kann. So werden bei T. Römer, Therapeutischer Einsatz der Pille, gynäkologie + geburtshilfe 2012; 17 (4), 34-38, z. B folgene Erkrankungen erwähnt, die bei Pillen-Anwendung seltener auftreten (Auswahl):

  • Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter (Eileiterschwangerschaft, Bauchhöhlenschwangerschaft)
  • Eisenmangelanämie
  • Zysten in den Eierstöcken
  • Menstruationsstörungen verschiedenster Art
  • Aufsteigende Genitalinfektionen
  • Gutartige Brusterkrankungen

Welche Pillen gibt es überhaupt?

Verschiedene Pillenarten, ein Zweck: zuverlässige Verhütung. Sie können nicht nur zwischen verschiedenen Verhütungsmethoden wählen, auch bei der Pille selbst haben Sie die Wahl. Der Unterschied liegt in der Hormonzusammensetzung.

Estrogen-Gestagen-Kombinationspräparate

Diese enthalten in jeder Tablette sowohl ein Estrogen (meist Ethinylestradiol) als auch Gestagen und schützen bei regelmäßiger Einnahme mit großer Zuverlässigkeit vor einer ungewollten Schwangerschaft. Sie sind die am häufigsten eingesetzten Pillen.

Die meisten dieser Präparate werden über 21 Tage lang eingenommen, dann folgt eine Pillenpause von 7 Tagen in der die Regelblutung einsetzt. Dabei wird durch das Absinken der Hormonkonzentration im Blut die obere Schicht der Gebärmutterschleimhaut, die durch die Hormonwirkung aufgebaut wurde, abgestoßen. Darüber hinaus gibt es einige Pillen, die über 28 Tage angewendet werden. Bei diesen wird generell keine Pause eingelegt. Enthält die Packung neben wirkstoffhaltigen auch wirkstofffreie Tabletten, werden Sie am Ende der Packung in den meisten Fällen ebenfalls eine Blutung haben.

Mikropillen

Bei der Dosierung des Estrogens gilt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Mikropillen enthalten auch ein Estrogen und ein Gestagen, wobei das Estrogen niedrig dosiert ist. Der Empfängnisschutz wird vor allem durch das Gestagen erreicht, weshalb es immer so hoch dosiert werden muss, dass es sicher den Eisprung verhindert. Es gibt sehr unterschiedliche Gestagene, die je nach Wirkstärke in der jeweiligen Pille immer genau so hoch dosiert sind, dass sie eine Schwangerschaft verhindern.

Einphasenpräparate (21 Tabletten + 7 Tage Pause)

Es gibt bei den Mikropillen neben den verschiedenen Gestagenen auch verschiedene Pillensorten. Einphasenpillen enthalten in jeder Pille die völlig identische Menge Estrogen und Gestagen. Sie können es daran erkennen, dass alle Tabletten im Blister die gleiche Farbe haben.

Einphasenpräparate (21 oder 24 Tabletten + 7 oder 4 Tage wirkstofffreie Tabletten)

Auch hierbei handelt es sich um Einphasenpillen, bei denen jede wirkstoffhaltige Pille die völlig identische Menge Estrogen und Gestagen enthält. Allerdings finden Sie bei diesen Präparaten auch wirkstofffreie Tabletten im Blister, die Sie durch eine andere Tablettenfarbe erkennen können. Wichtige bei 28-Tage-Blistern: niemals eine Pause einlegen, sondern jeden Tag eine Tablette anwenden. Nach Tablette 28 folgt sofort Tablette 1 aus dem nächsten Blister.

Zwei- oder Dreistufenpräparate

Diese Präparate enthalten ebenfalls sowohl ein Estrogen als auch ein Gestagen in jeder Tablette, wobei die Hormone in zwei oder drei verschieden hohen Dosierungen eingesetzt werden. Sie können ein Mehrstufenpräparat durch unterschiedliche Farben der Tabletten erkennen. Bei diesen Pillen ist es ganz besonders wichtig, darauf zu achten, dass die vorgegebene Einnahmereihenfolge korrekt eingehalten wird.

Pillen mit der Wirkung natürlichen Estradiols

Der Hormonanteil von Verhütungspillen wurde im Laufe der Zeit reduziert, und die meisten der heutigen Pillen sind niedrigdosierte Mikropillen, die 20 oder 30 Mikrogramm des Estrogens Ethinylestradiol enthalten. Pillen auf Estradiol-Basis enthalten Estradiol oder Estradiolvalerat anstelle von Ethinylestradiol. Die Estrogendosis von 2 mg Estradiolvalerat oder 1,5 mg Estradiol entspricht in ihrer biologischen Wirkung durchschnittlich 20 µg oder weniger Ethinylestradiol. Die tägliche Einnahme erfolgt über 28 Tage ohne Pause.

Estrogenfreie Pillen

Wenn Sie wegen bestehender Gegenanzeigen oder Risiken Estrogene nicht anwenden können oder wollen, sind estrogenfreie hormonale Verhütungsmittel, die ausschließlich ein Gestagen enthalten, mögliche Alternativen. Als estrogenfreie Verhütungsmittel stehen neben Verhütungsschirmchen (IUS, Gestagenspirale), Implantat und Spritze auch estrogenfreie Pillen zur Verfügung. Dabei wird zwischen Präparaten unterschieden, die auf Grund einer höheren Dosierung auch den Eisprung hemmen, und den niedrigdosierten Minipillen, die nicht ganz so verhütungssicher wie Ovulationshemmer sind. Denn im Gegensatz zum Dreifach-Schutz der Ovulationshemmer verdickt die Minipille nur den Schleimpfropf am Gebärmutterhals und verhindert so das Eindringen und Aufsteigen von Samenzellen zur Eizelle. Außerdem stört sie den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut so, dass sich keine befruchtete Eizelle einnisten kann. Der wichtigste Schutzmechanismus, die Verhinderung des Eisprungs, fehlt wegen der sehr niedrigen Dosierung.

Im Gegensatz zu den estrogenfreien Ovulationshemmern müssen Minipillen immer auf die Stunde genau, maximal aber im Ausnahmefall einmal bis drei Stunden später eingenommen werden. Das erfordert eine Menge Disziplin.

Welche Pille am besten zu Ihnen und Ihrem Körper passt, entscheiden Sie am besten gemeinsam mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Frauenärztin.

Wann darf ich die Pille nicht nehmen? (Gegenanzeigen)

Es kommt gelegentlich vor, dass eine Frau eine kombinierte Pille nicht oder nicht mehr einnehmen darf. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn bestimmte Erkrankungen oder Risikofaktoren vorliegen. Folgende medizinische Gründe sprechen gegen ein Estrogen-Gestagen-Kombinationspräparat:

  • Vorliegen einer oder Risiko für eine venöse Thromboembolie (VTE)
    • venöse Thromboembolie – bestehende VTE (auch unter Therapie mit Antikoagulanzien) oder VTE in der Vorgeschichte (z. B. tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie)
    • bekannte erbliche oder erworbene Prädisposition für eine venöse Thromboembolie, wie z. B. APC-Resistenz (einschließlich Faktor-V-Leiden), Antithrombin-III-Mangel, Protein-C-Mangel oder Protein-S-Mangel
    • größere Operationen mit längerer Immobilisierung
    • hohes Risiko für eine venöse Thromboembolie aufgrund mehrerer Risikofaktoren
  • Vorliegen einer oder Risiko für eine arterielle Thromboembolie (ATE)
    • arterielle Thromboembolie – bestehende ATE, ATE in der Vorgeschichte (z. B. Herzinfarkt) oder entsprechende Vorstadien (z. B. Angina pectoris)
    • zerebrovaskuläre Erkrankung – bestehender Schlaganfall oder Schlaganfall und entsprechende Vorstadien (z. B. transitorische ischämische Attacke [TIA]) in der Vorgeschichte
    • bekannte erbliche oder erworbene Risikofaktoren für eine arterielle Thromboembolie, wie z. B. Hyperhomocysteinämie und Antiphospholipid-Antikörper
    • Migräne mit fokalen neurologischen Symptomen in der Vorgeschichte
    • hohes Risiko für eine arterielle Thromboembolie aufgrund mehrerer Risikofaktoren oder eines schwerwiegenden Risikofaktors wie:
      • Diabetes mellitus mit Gefäßschädigung
      • schwerer Bluthochdruck
      • schwere Fettstoffwechselstörung
      • bestehende oder vorausgegangene Entzündung der Bauchspeicheldrüse, wenn diese mit zu hohen Triglyzeridwerten einhergehen
  • bestehende oder vorausgegangene schwere Lebererkrankung, solange sich die Leberfunktionswerte noch nicht normalisiert haben
  • bestehende oder vorausgegangene (gutartige oder bösartige) Leberkrebserkrankungen
  • bekannte oder vermutete sexualhormonabhängige bösartige Tumoren (z. B. der Genitalorgane oder der Brüste)
  • diagnostisch nicht abgeklärte vaginale Blutungenv
  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile

Darüber hinaus gibt es einige Situationen oder Erkrankungen, bei denen eine besondere Vorsicht erforderlich ist, wenn eine kombinierte Pille angewendet wird. Genaue Informationen dazu und zu besonderen Anwendungsbeschränkungen die speziell für Ihre Pille gelten, finden Sie jeweils im Beipackzettel Ihrer Pille.

Wenn einer oder mehrere dieser Gründe zutreffen oder andere Störungen vorliegen, sollten Sie sich ausführlich mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt darüber unterhalten. Sie/er erklärt gerne genauer, wann und warum eine bestimmte Pille für Sie nicht in Frage kommt. Dann gibt es andere Pillen oder Verhütungsmethoden, die besser für Sie geeignet sind.

Risiken und Nebenwirkungen der Pillen-Anwendung – was ist zu beachten?

Verträglichkeit der Pille

Seit 1960 die erste Pille auf den Markt kam, hat sich viel geändert, vor allem in Bezug auf die Verträglichkeit. Die Pille enthält ähnliche Hormone wie die, die auch in Ihrem Körper vorkommen. Durch die immer weitere Reduzierung der Hormonmenge in der Pille, insbesondere der Estrogendosierung, wurde die Verträglichkeit verbessert und Nebenwirkungen wurden reduziert.

Dennoch können Nebenwirkungen auftreten, wobei sowohl lebensbedrohliche Erkrankungen, wie z.B. venöse oder arterielle thromboembolische Erkrankungen, als auch leichte Beschwerden möglich sind. Außerdem können die Beschwerden vorübergehend oder aber auch irreversibel sein, also dauerhaft bestehen bleiben.

Treten z.B. starke Schmerzen und/oder Schwellungen in einem Bein, plötzlich starke Schmerzen in der Brust, möglicherweise in den linken Arm ausstrahlend, Atemnot oder Husten ohne klare Ursache, ungewöhnlich starke Kopfschmerzen oder Verschlechterung einer Migräne, teilweiser oder kompletter Sehverlust oder Doppeltsehen, undeutliche Sprache oder Probleme beim auf oder beobachten Sie andere, beunruhigende Symptome bei sich, sollten Sie sich schnellstmöglich vertrauensvoll an Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt oder ggf. auch an eine Notfallambulanz wenden, da dies Vorboten schwerwiegender Erkrankungen, z.B. eines Schlaganfalls oder einer Lungenembolie, sein können.

Bei einigen Nebenwirkungen in der Anpassungsphase (z.B. Zwischenblutungen, Übelkeit, Kopfschmerzen, depressive Verstimmungen, Wassereinlagerungen, Brustspannen), kann man in vielen Fällen davon ausgehen, dass sie mit zunehmender Einnahmezeit von allein wieder verschwinden, wenn Ihr Körper sich an die Pille gewöhnt hat. Ist das nicht der Fall oder haben Sie starke Beschwerden, wenden Sie sich bitte an Ihren Frauenarzt bzw. Ihre Frauenärztin.

Sind Sie körperlich gesund, spricht meist nichts gegen eine Kombinationspille. Es gibt allerdings Ausnahmen: Wenn Sie stillen, Estrogene nicht anwenden können (z.B. wegen erhöhtem Thromboserisiko), stark übergewichtig sind oder bestimmte chronische Krankheiten haben, könnte das Risiko den Nutzen überwiegen. Dann müssen Sie auf ein anderes, z.B. estrogenfreies oder hormonfreies Verhütungsmittel zurückgreifen. Ihr Arzt/Ihre Ärztin können Ihnen sagen, was das richtige für Sie ist.

Nebenwirkungen

Schwere Komplikationen treten bei gesunden Frauen, die mit einer Pille verhüten, nur selten auf. Bei Frauen mit bestimmten Erkrankungen oder vorliegenden Risikofaktoren muss eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt/die Ärztin vorgenommen werden.

Lesen Sie bitte immer den Beipackzettel durch. Hier sind neben den Gründen, die gegen die Pilleneinnahme sprechen, u.a. auch die Nebenwirkungen der Pille aufgelistet. Es mag sein, dass Sie das, was dort steht, abschreckt. Dazu müssen Sie wissen, dass auf einem Beipackzettel vom Gesetz her alle Reaktionen aufgeführt werden müssen, die bisher jemals bei der Einnahme des Präparates beobachtet wurden. Das bedeutet aber nicht, dass Sie all diese Erscheinungen auch bei sich bemerken werden!

Bei einigen Mädchen oder Frauen können jedoch auch ernsthafte Probleme während der Pillenanwendung auftreten. Generell sollte deshalb auf bestimmte Warnsignale oder Symptome geachtet werden, die Sie auch im Beipackzettel Ihrer Pille oder der Patientinneninformationskarte zur Pille nachlesen können: Dazu zählen z.B.

  • Zeichen einer venösen und/oder arteriellen Thrombose bzw. Thromboembolie
    wie starke Schmerzen und/oder Schwellungen in einem Bein, plötzlich starke Schmerzen in der Brust, möglicherweise in den linken Arm ausstrahlend, Atemnot oder Husten ohne klare Ursache, ungewöhnlich starke Kopfschmerzen oder Verschlechterung einer Migräne, teilweiser oder kompletter Sehverlust oder Doppeltsehen, undeutliche Sprache oder Probleme beim Sprechen, Schwindel oder Ohnmacht, Schwäche oder Taubheit in einem Körperteil.
  • Akute Gelbsucht
  • Ungewöhnlich starke Bauchschmerzen

Wenn eines oder mehrere dieser Symptome oder Erkrankungen auftreten, muss die Pille sofort abgesetzt und der Frauenarzt bzw. die Frauenärztin oder eine Notfallambulanz konsultiert werden.

Pille und venöse bzw. arterielle Thrombose

Eine Thrombose ist eine vaskuläre (die Blutgefäße betreffende) Erkrankung, bei der sich in einer Vene oder Arterie ein Blutgerinnsel (Thrombus) bildet und diese verstopft. Arterielle (in einer Arterie befindliche) Thrombosen sind zwar weniger häufig als venöse (in einer Vene befindliche) Thrombosen, können aber beispielsweise zu einem lebensbedrohlichen Schlaganfall oder Herzinfarkt führen.

Ein Thrombus, der sich in einer Vene, z.B. im Bein oder Becken bildet, kann in einigen Fällen von seinem Entstehungsort fortgeschwemmt werden (er heißt dann Embolus) und dem Blutstrom folgen, bis er in einem kleineren Blutgefäß steckenbleibt. Eine solche „Thromboembolie” kann zu verstopften Blutgefäßen in der Lunge führen: einer potenziell lebensbedrohlichen Situation.

Das erhöhte Thromboserisiko wird vor allem dem Estrogen-Anteil der Pille zugeschrieben, das heißt, jedes Verhütungsmittel, das ein Estrogen enthält, erhöht das Thromboserisiko. Da Estrogen eine Rolle bei der Blutgerinnung spielt, führt ein höherer Estrogen-Anteil in einem Verhütungsmittel - ob Pille, Pflaster oder Vaginalring - zu einem höheren Thromboserisiko. Um dieses Risiko zu verringern, enthalten Kombinationspillen heute eine geringere Estrogendosis (15 bis 30 Mikrogramm Ethinylestradiol) als früher.

Darüber hinaus wird das Thromboserisiko durch die verschiedenen Gestagenkomponenten in den einzelnen Pillenpräparaten unterschiedlich beeinflusst. Im Beipackzettel Ihrer Pille finden Sie konkrete Hinweise zum Thromboserisiko des jeweiligen Präparates. Außerdem klärt Sie Ihr Frauenart/Ihre Frauenärztin über die Risiken, die von den einzelnen Präparaten ausgehen, auf. Wichtig zu wissen ist auch, dass das Risiko einer Thrombose nicht bei allen Frauen gleich hoch ist. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu erfahren, ob Sie ein erhöhtes Risiko haben.

Den Inhalt der oben bereits erwähnten Patientinneninformationskarte haben wir hier für Sie noch einmal eingefügt.

Venöse und arterielle Thrombose / Thromboembolie

Wichtige Informationen über kombinierte hormonale Kontrazeptiva ("Pillen" und andere Verhütungsmittel mit Östrogenen und Gestagenen) und das Risiko für Blutgerinnsel

Alle kombinierten hormonalen Kontrazeptiva, wie auch das Ihnen verschriebene Präparat, erhöhen das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels. Das Gesamtrisiko für das Auftreten eines Blutgerinnsels unter Anwendung eines kombinierten hormonalen Kontrazeptivums ist gering, allerdings können Blutgerinnsel schwerwiegend und in sehr seltenen Fällen sogar tödlich sein. Es ist besonders wichtig, dass Sie erkennen, wann Sie ein höheres Risiko für ein Blutgerinnsel haben und auf welche Anzeichen und Symptome Sie achten sollten, und welche Maßnahmen Sie dann ergreifen müssen.

Wann ist das Risiko für die Bildung eines Blutgerinnsels am größten?

  • im ersten Jahr der Anwendung eines kombinierten hormonalen Kontrazeptivums (auch dann, wenn Sie nach einer Unterbrechung von 4 oder mehr Wochen die Anwendung wieder aufnehmen)
  • wenn Sie stark übergewichtig sind
  • wenn Sie älter als 35 Jahre sind wenn Sie rauchen
  • wenn bei einem Ihrer nächsten Angehörigen in relativ jungen Jahren (d. h. jünger als ca. 50 Jahre) ein Blutgerinnsel aufgetreten ist (Gefäßverschlüsse im Bein (Thrombose), in der Lunge (Lungenembolie) oder anderen Organen, Schlaganfall oder Herzinfarkt)
  • wenn Sie vor wenigen Wochen entbunden haben

Wenn Sie rauchen und älter als 35 Jahre sind, wird Ihnen dringend geraten, mit dem Rauchen aufzuhören oder ein nicht-hormonales Verhütungsmittel anzuwenden.

Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf, wenn Sie eines der folgenden Anzeichen oder Symptome bemerken:

  • starke Schmerzen oder Schwellungen eines Beins, die begleitet sein können von Druckschmerz, Erwärmung oder Änderung der Hautfarbe des Beins, z. B. aufkommende Blässe, Rot- oder Blaufärbung. Sie könnten an einer tiefen Beinvenenthrombose leiden. Plötzliche unerklärliche Atemlosigkeit/Atemnot oder schnelle Atmung; starke Schmerzen in der Brust, welche bei tiefem Einatmen zunehmen können;
  • plötzlicher Husten ohne offensichtliche Ursache, bei dem Blut ausgehustet werden kann. Sie könnten an einer schweren Komplikation einer tiefen Beinvenenthrombose leiden, die Lungenembolie heißt. Diese entsteht, wenn das Blutgerinnsel vom Bein in die Lunge wandert.
  • Brustschmerz (meist plötzlich auftretend), aber manchmal auch nur Unwohlsein, Druck, Schweregefühl, vom Oberkörper in den Rücken, Kiefer, Hals und Arm ausstrahlende Beschwerden, zusammen mit einem Völlegefühl, Verdauungsstörungen oder Erstickungsgefühl, Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindelgefühl. Sie könnten an einem Herzanfall leiden.
  • Schwäche oder Taubheitsgefühl des Gesichtes, Arms oder Beins, die auf einer Köperseite besonders ausgeprägt ist; Sprach-oder Verständnisschwierigkeiten; plötzliche Verwirrtheit; plötzliche Sehstörungen oder Sehverlust; schwerere oder länger anhaltende Kopfschmerzen/Migräne. Sie könnten einen Schlaganfall haben.

Achten Sie aufmerksam auf die Symptome eines Blutgerinnsels, und fragen Sie Ihren Arzt nach Vorbeugungsmaßnahmen zur Verhinderung von Blutgerinnseln, besonders wenn Sie:

  • gerade operiert wurden
  • über einen längeren Zeitraum bettlägerig gewesen sind ( z. B. aufgrund einer Verletzung oder Krankheit, oder weil ein Bein eingegipst ist)
  • auf einer längeren Reise gewesen sind (z.B. Flüge über 4 Stunden)

Denken Sie daran, Ihren Arzt einschließlich den behandelnden Chirurgen oder Krankenschwester darüber zu informieren, dass Sie ein kombiniertes hormonales Kontrazeptivum anwenden, wenn Sie:

  • operiert werden müssen oder eine Operation hatten, falls Sie längere Zeit bettlägerig sind oder eine längere Reise (speziell mit längeren Flugzeiten) planen.
  • von Angehörigen der Gesundheitsberufe gefragt werden, ob Sie irgendein Arzneimittel nehmen.

Nähere Einzelheiten finden Sie in der Gebrauchsinformation oder unter "Wichtige Information"

Wenn Sie in Zusammenhang mit der Anwendung Ihres kombinierten hormonalen Kontrazeptivums vermuten, eine Nebenwirkung zu erleiden, können Sie dieses Ihrem Arzt oder Apotheker mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn.

Die Pille und Krebs

Gebärmutterhalskrebs wurde bei Langzeitanwenderinnen etwas häufiger beobachtet als bei Nicht-Anwenderinnen von oralen Kontrazeptiva; aber es ist nicht geklärt, in wie weit unterschiedliches Sexualverhalten oder andere Faktoren wie das humane Papilloma-Virus (HPV) dazu beitragen.

Brustkrebs wird bei Frauen, die „Kombinationspillen“ nehmen, etwas häufiger beobachtet, aber es ist nicht bekannt, ob dies durch die Behandlung verursacht wird. Das Auftreten von Brusttumoren nimmt nach Absetzen von hormonalen „Kombinationspillen“ ab. Es ist wichtig, dass Sie regelmäßig Ihre Brüste untersuchen. Wenn Sie Knoten spüren, müssen Sie Ihren Arzt aufsuchen.

In seltenen Fällen wurden gutartige (nicht krebsartige) Lebertumoren und noch seltener bösartige (krebsartige) Lebertumoren bei Anwenderinnen von „Kombinationspillen“ festgestellt. Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn Sie ungewöhnlich starke Bauchschmerzen haben.

Weitere mögliche Nebenwirklungen

Daneben gibt es eine Reihe weiterer möglicher Nebenwirkrungen, die ggf. ein Absetzen der Pille oder das Einleiten einer Therapie erforderlich machen. Dazu zählen z.B.

  • Blutdruckanstieg
  • Erytheme (Hautrötungen unterschiedlicher Ursache)
  • Chloasma (Pigmentflecken, vor allem im Gesicht)
  • hereditäres Angioöde (Erbkrankheit mit wiederkehrenden Schwellungen der Haut und Schleimhäute)
  • akute oder chronische Leberfunktionsstörungen

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zu speziellen Nebenwirkungen, die ebenfalls auftreten können:

Befindlichkeitsstörungen

Es kommt vor, dass der Körper sich erst auf die Pille einstellen muss. Man verspürt dann vielleicht Übelkeit, Stimmungsschwankungen, Unterbauchschmerzen, ein Spannungsgefühl in den Brüsten oder Kopfschmerzen. Schon nach kurzer Zeit können diese Symptome verschwunden sein. Wenn sie aber besonders stark auftreten oder nach mehreren Einnahmezyklen immer noch bestehen, sollten Sie mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt sprechen.

Zwischenblutungen

Sie treten gelegentlich während der ersten Monate der Pilleneinnahme auf und sind normalerweise kein Grund zur Beunruhigung. Es ist ganz wichtig, dass die Pille weiterhin regelmäßig eingenommen wird, denn sonst wirkt sie nicht mehr zuverlässig und eine Schwangerschaft wird möglich. Wenn Zwischenblutungen über die Anpassungsphase hinaus anhalten oder nach längerer Zeit erstmalig auftreten, dann wenden Sie sich bitte an Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt.

Ausbleiben der Regelblutung

Wenn die Regel ausbleibt, denken viele bestimmt als erstes, sie seien schwanger. Doch wenn die Pille jeden Tag etwa zur selben Zeit und ohne verlängerte Einnahmepause eingenommen wurde, wenn weder Erbrechen noch schwerer Durchfall aufgetreten sind und wenn keine anderen Arzneimittel eingenommen wurden, dann ist eine Schwangerschaft sehr unwahrscheinlich. Trotzdem sollten Sie – insbesondere, wenn die Blutung zwei Mal hintereinander ausgeblieben ist oder es Unregelmäßigkeiten bei der Einnahme gab, eine Schwangerschaft ausschließen bzw. durch den Frauenarzt/ die Frauenärztin ausschließen lassen.

Pille vergessen – was tun?

Ein Hinweis vorneweg: Diese Information betrifft Sie nur, wenn Sie eine Kombinations-Pille nehmen. Das sind Pillen, die in jeder Tablette ein Estrogen und ein Gestagen enthalten. Und auch da gibt es Pillenpräparate mit etwas abweichenden Empfehlungen, deshalb lesen Sie bitte in jedem Fall immer auch noch einmal im Beipackzettel Ihres Pillenpräparates genau nach. Wenn Sie eine andere Pille nehmen, wenden Sie sich bitte an Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt und lesen Sie auch hier im Beipackzettel noch einmal genau nach.

Der Abstand zwischen 2 Pilleneinnahmen sollte etwa 24 Stunden betragen. Je regelmäßiger die Pille eingenommen wurde, desto zuverlässiger ist sie. Wurde einmal eine Pille vergessen, kann sie innerhalb von 12 Stunden nach dem üblichen Termin eingenommen werden, ohne dass der Empfängnisschutz beeinträchtigt wird.

Übrigens können auch Magen-Darm-Erkrankungen für Frauen, die mit der Pille verhüten, Folgen haben. Denn für den Körper macht es keinen Unterschied, ob Sie an Erbrechen oder schwerem Durchfall leiden oder die Pille vergessen haben. Sinkt der Hormonspiegel im Blut ab, ist kein ausreichender Empfängnisschutz mehr gegeben. Dies gilt natürlich nicht für den Zeitraum, in dem planmäßig keine Pille eingenommen wird, also die Einnahmepause. Entscheidend ist auch hier die Zeitspanne zwischen der vorangegangenen Pilleneinnahme und dem Auftreten von Durchfall/Erbrechen. Da die Aufnahme der Pillenwirkstoffe aus dem Magen-Darm-Trakt ins Blut bereits innerhalb von 4 Stunden nach der Einnahme erfolgt ist, spielt kurzzeitiges Erbrechen zu einem späteren Zeitpunkt für die Verhütungssicherheit keine Rolle. Bei Erbrechen innerhalb der 4 Stunden kann eine Tablette nachgenommen werden oder wie bei einem Einnahmefehler vorgegangen werden. Bei länger andauernden Magen-Darm-Erkrankungen sollte während der Erkrankung und weitere 7 Einnahmetage danach grundsätzlich zusätzlich verhütet werden, z.B. mit einem Kondom.

Gerade auf Reisen sollten Sie daran denken, denn Durchfallerkrankungen stehen an der Spitze der Reisekrankheiten.

Bitte fragen Sie im Zweifelsfall immer Ihre Frauenärztin/Ihren Frauenarzt um Rat!

Folgendes Vorgehen bei einem Einnahmefehler kann Ihnen aber oftmals auch schon einmal weiterhelfen.

Die Einnahmezeit wurde einmalig um weniger als 12 Stunden überschritten

Die empfängnisverhütende Wirkung ist nach wie vor gewährleistet. Sie müssen die Einnahme der vergessenen Tablette so schnell wie möglich nachholen und die folgenden Tabletten dann wieder zur gewohnten Zeit einnehmen.

Die Einnahmezeit wurde einmalig um mehr als 12 Stunden überschritten

Die empfängnisverhütende Wirkung ist möglicherweise nicht mehr gewährleistet. Das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft ist besonders hoch, wenn eine Tablette am Anfang oder am Ende einer Zykluspackung vergessen wurde. Sie sollten dann wie folgend beschrieben vorgehen.

Nur 1 Tablette in Woche 1 vergessen:

Holen Sie die Einnahme so schnell wie möglich nach, auch wenn dies bedeutet, dass Sie zwei Tabletten zur gleichen Zeit einnehmen. Sie können dann die Tabletteneinnahme wie gewohnt fortsetzen, müssen jedoch in den nächsten 7 Tagen zusätzliche empfängnisverhütende Schutzmaßnahmen (z.B. ein Kondom) anwenden. Wenn Sie in der Woche vor der vergessenen Tabletteneinnahme Geschlechtsverkehr hatten, besteht das Risiko einer Schwangerschaft. Wenden Sie sich in diesem Fall bitte unverzüglich Ihren Arzt oder Apotheker.

Nur 1 Tablette in Woche 2 vergessen:

Einnahme so schnell wie möglich nachholen, auch wenn Sie zwei Tabletten zur gleichen Zeit einnehmen müssen. Vorausgesetzt, dass Sie an den vorausgegangenen 7 Tagen vor der vergessenen Tablette die Pille regelmäßig eingenommen haben und die Packung bis zum Zyklusende aufbrauchen, ist die empfängnisverhütende Wirkung weiterhin gewährleistet, und Sie müssen keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen anwenden.

Nur 1 Tablette in Woche 3 vergessen:

Haben Sie die Tabletten an den 7 vorausgegangenen Tagen korrekt eingenommen? Dann gibt es zwei Möglichkeiten, um den Empfängnisschutz aufrechtzuerhalten.

  • Die erste Möglichkeit ist, dass Sie die Einnahme so schnell wie möglich nachholen, auch wenn Sie dann zwei Tabletten zur gleichen Zeit einnehmen müssen. Die folgenden Tabletten nehmen Sie dann wieder zur gewohnten Zeit ein. Lassen Sie die einnahmefreie Pause aus und beginnen Sie direkt mit der Einnahme der Tabletten aus der nächsten Zykluspackung. Höchstwahrscheinlich kommt es dann zu keiner richtigen Abbruchblutung, bis Sie diese zweite Zykluspackung aufgebraucht haben, jedoch treten möglicherweise Schmier- und Durchbruchblutungen während der Einnahme aus der zweiten Packung auf.
  • Als zweite Möglichkeit können Sie die Einnahme aus der aktuellen Packung auch sofort abbrechen und nach einer einnahmefreien Pause von nicht mehr als 7 Tagen (der Tag, an dem die Tablette vergessen wurde, muss mitgezählt werden!) direkt mit der Einnahme aus der nächsten Zykluspackung beginnen. Wenn Sie mit der Einnahme aus der neuen Zykluspackung zu Ihrem gewohnten Wochentag beginnen möchten, können Sie eine einnahmefreie Pause von weniger als 7 Tagen einschieben, d.h. die Einnahmepause verkürzen.

Bei beiden Varianten bleibt der Empfängnisschutz erhalten. Wählen Sie keine der beiden Möglichkeiten, sollten Sie während der Einnahmepause und weitere 7 Tage danach zusätzlich verhüten.

Wenn Sie die Tabletteneinnahme mehrmals vergessen haben ...

... bitten Sie Ihren Frauenarzt/ Ihre Frauenärztin um Rat. Wenn nach Aufbrauchen einer Zykluspackung in der einnahmefreien Pause keine Blutung auftritt, sind Sie möglicherweise schwanger geworden. In diesem Fall müssen Sie Ihren Arzt aufsuchen, bevor Sie eine neue Zykluspackung anfangen.

L.JPH.MKT.WH.07.2016.0471

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