Rosazea

Rosazea oder „Rosenblütchen“ – hinter diesem hübschen Namen verbirgt sich das Krankheitsbild einer entzündlichen Hauterkrankung, die Frauen und Männer meistens in ihrer Lebensmitte trifft. Am Anfang erscheint Rosazea vor allem als optisches Problem: das Gesicht ist gerötet, die Äderchen dort erkennbar erweitert. Doch spätestens, wenn sich die geröteten Stellen im Gesicht entzünden, sich Pickel bilden und sich die Haut verdickt, ist diese Krankheit medizinisch sehr ernst zu nehmen. Unbehandelt kann sich Rosazea ausbreiten und auch die Augen betreffen. Rosazea ist eine Krankheit, die Ihnen ins Gesicht geschrieben steht. Das macht es für viele Betroffene so schwer damit umzugehen. Wie groß der Leidensdruck ist, ist erstmal unabhängig davon, wie schwer jemand betroffen ist. Jeder empfindet das individuell. Frauen und Männer sind ähnlich häufig betroffen, wobei Frauen die Beeinträchtigung ihres Aussehens oft als sogar schwerwiegender wahrnehmen. Allerdings sind bei Männern vielfach nach objektiven Gesichtspunkten schwerere Formen der Rosazea anzutreffen.

Rosazea ist eine Krankheit, die in Schüben verläuft. Das bedeutet, dass die Symptome eine Zeit lang auftreten, um sich dann wieder (teilweise) zurückzubilden. Der nächste Schub kann jedoch stärker ausfallen. Deshalb ist es wichtig frühzeitig mit einer Behandlung der Rosazea zu beginnen und sie konsequent auf Dauer anzuwenden – auch zwischen den Schüben.

Die Frühform der Rosazea wird auch Couperose genannt: Im Gesicht bilden sich rote Flecken – häufig als Reaktion auf bestimmte Auslösefaktoren wie Stress, Alkohol, scharfe Speisen oder Sonneneinstrahlung. In der Regel verschwinden die Rötungen nach einiger Zeit wieder. Doch die verstärkte Durchblutung im Gesicht führt irgendwann zur dauerhaften Erweiterung der Äderchen. Das wird als Teleangiektasie bezeichnet. Die dann beständig sichtbaren fadenfeinen und kurzen roten Linien auf der Haut sind das erste Anzeichen einer Rosazea. Es ist typisch, dass sich die Gesichtshaut trocken anfühlt; sie kann auch jucken, brennen oder stechen. In späteren Stadien gibt es Entzündungen in Form von Papeln und Pusteln an den Wangen, um die Nase herum und im Kinnbereich. Bei manchen Patienten fängt das Bindegewebe in diesen Bereichen an zu wuchern, bekannt ist die als „Knollennase“ bezeichnete Erscheinung. Weder Frauen noch Männer sollten diese entzündliche Hauterkrankung und ihre möglichen Folgen einfach hinnehmen. Sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt und lassen Sie sich möglichst frühzeitig behandeln!

Der erste Schritt – die Erkrankung direkt vor Ort behandeln

Wenn Ihr Dermatologe bereits die Diagnose Rosazea gestellt hat, gibt es viele einfache Maßnahmen, mit denen sie verhindern können, dass sich die Hauterkrankung verschlechtert. Ihr Hautarzt wird Sie beraten und Ihnen eine medikamentöse Therapie verschreiben. Auch wenn die Ursachen der Erkrankung noch nicht vollständig bekannt sind, kann man die Symptome deutlich verbessern. Um die Rosazea erfolgreich in Schach zu halten, müssen drei Dinge ineinandergreifen: Die tägliche Hautpflege sollte auf die Bedürfnisse Ihrer Haut zugeschnitten werden. Vermeiden sie möglichst alles, was einen akuten Rosazeaschub auslösen kann. Und mit Hilfe Ihres Arztes muss die richtige medikamentöse Therapie zum Einsatz kommen.

Ihr Arzt wird Ihnen früher oder später eine Creme, Salbe, Gel oder eine andere direkt auf die erkrankte Haut aufzutragende Zubereitung mit einem medizinischen Wirkstoff verschreiben. Man nennt das eine topische oder lokale Therapie. Sie wirkt dort, wo man die Hauterkrankung sieht. Entsprechend der unterschiedlichen Ursachen und Erscheinungsformen der Rosazea gibt es auch unterschiedliche Angriffspunkte für derartige Medikamente:

  • Entzündungshemmend
    Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Entzündung der Haut zu bekämpfen und dafür zu sorgen, dass die pickelartigen Pusteln und Papeln zurückgehen. Der Hautarzt kann hier zwischen verschiedenen Wirkstoffen auswählen, die unterschiedliche Angriffspunkte im Entzündungsgeschehen haben und unterschiedlich lang angewendet werden können.
  • Gefäßverengend
    Andere Mittel wirken gefäßverengend. Wenn sich die erweiterten Blutgefäße zusammenziehen, geht automatisch die Rötung der Haut zurück. Diese Mittel haben einen kurzfristigen aber nicht dauerhaften Effekt.
  • Antiparasitär
    Oft scheint die Entstehung von Rosazea mit der verstärkten Besiedlung der Haut mit einer bestimmten Milbenart einher zu gehen. Das ist der Ansatz einer weiteren Behandlungsmöglichkeit: Man bekämpft die Hautmilben.

Wenn nötig Unterstützung durch systemische Therapie

In schweren Fällen oder wenn die lokale Behandlung nicht ausreicht, kann der Hautarzt eine systemische Therapie verordnen, also Medikamente zum Einnehmen. Üblich ist dann die Einnahme von bestimmten Antibiotika in niedriger Dosierung, die Entzündungen schnell und effektiv bekämpfen können. Allerdings sollten Antibiotika nicht über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden. Nach dem Absetzen kann es zu einem Rückfall kommen. Die Rötungen der Haut durch erweitere Blutgefäße werden durch Antibiotika nicht bekämpft. Auch Kombinationen aus lokalen und systemischen Medikamenten sind nach Entscheidung des Arztes eine Therapieoption.

Bitte beachten Sie, dass sich bei allen beschriebenen Methoden der Erfolg erst nach einer gewissen Zeit einstellt. Haben Sie daher Geduld und befolgen Sie die Anweisungen Ihres Arztes. Sprechen Sie aber auch an, wenn Sie die Behandlung als unangenehm empfinden oder andere Bedenken haben, meist gibt es Alternativen.

Sagen Sie Rosazea nachhaltig den Kampf an

Sicherlich denken Sie manchmal wehmütig an die Zeit zurück, als Ihre Haut noch unproblematisch war. Vielleicht haben Sie mit dem Gang zum Dermatologen die Hoffnung verbunden, dass er eine schnelle und endgültige Abhilfe für Ihre Hautkrankheit verschreiben kann und sind nun enttäuscht. Es gibt zwar keine einfache Lösung für diese entzündliche Hautkrankheit – aber es gibt ganz viele unterschiedliche Möglichkeiten den Verlauf aufzuhalten, Ihr Hautbild zu verbessern und durch Ihr Zutun etwas Gutes für Ihre Haut zu bewirken. Bei all den Möglichkeiten sich auf ein Leben mit Rosazea einzustellen, es gibt dabei kein absolutes richtig oder falsch. Sie sollen sich in Ihrer Haut wohl fühlen und dabei überdenken, wie viel Sie bereit sind dazu beizutragen bzw. welche Kompromisse Sie dafür einzugehen bereit sind.

Wie ein erfahrener Trainer im Kampfsport steht Ihnen hierbei Ihr Dermatologe mit einem auf Ihren speziellen Hautzustand zugeschnittenen Therapieplan zur Seite. Wenn er Ihnen ein Medikament verordnet, welches Sie in jeder Lebenslage möglichst unkompliziert anwenden können und Ihnen mit guten Ratschlägen über zusätzliche Maßnahmen hilft, wird Ihr Vertrauen und der Wille zum weiteren Durchhalten wachsen. Sie wissen, dass bestimmte Verhaltensweisen und Situationen ihre Rosazea verstärken können. Wie wollen Sie damit umgehen? Vielleicht haben Sie sich vorgenommen, mit Reizfaktoren von Sonne über Berufsstress bis Alkohol bewusster umzugehen, diese zu meiden oder dramatisch zu reduzieren. Vielleicht brauchte es ja einfach diesen Anstoß, um ein paar Dinge im Leben zu ändern, von denen Sie längst wussten, dass sie ungesund sind. Oder haben Sie für sich entschieden, dass Sie Ihr Leben nicht ganz so radikal auf den Kopf stellen wollen?

Überlegen Sie, welche Veränderungen für Sie realistisch sind. Stecken Sie sich klare und messbare Ziele, aber hängen Sie die Messlatte nicht zu hoch. Wichtig ist, dass Sie Ihr Verhalten dauerhaft umstellen und nicht ständig frustriert sind, weil sie Ihren eigenen Ansprüchen nicht genügen. Egal, wie gewissenhaft Sie mit Ihrer Hautkrankheit umgehen, die Neigung zu Rosazea bleibt bestehen. So kann es jederzeit passieren, dass neue Knötchen und Pusteln entstehen. Wenn es passiert – bleiben Sie gelassen. Sie wissen jetzt, dass Ihnen Ihr Hautarzt im Akutfall zusätzliche Medikamente verschreiben kann und dieser Schub wieder abklingen wird. Ein solcher Schub bedeutet nicht, dass die anderen Maßnahmen oder eine topische Langzeittherapie nicht wirken! Bitte führen Sie deshalb konsequent und gelassen alle Maßnahmen weiter, die die Rosazea unterdrücken können. Weitere Hinweise finden Sie in der Broschüre „Rosazea – Informationen und Tipps für Patienten“.

L.JPH.COM.DM.02.2017.0113