Mykosen

Pilzinfektionen (Mykosen) an Haut und Nägeln

Auf unserem Körper sind Pilze oder Pilzsporen immer und überall anzutreffen. Dies führt allerdings nicht dazu, dass wir immer daran erkranken, unser Immunsystem versteht ganz gut, diese potenziellen Krankheitserreger im Zaum zu halten. Ein geschwächtes Immunsystem oder eine vorgeschädigte Haut kann ihnen jedoch Tür und Tor öffnen. Von den vielen tausend verschiedenen Pilzen können etwa 200 verschiedene Arten Mensch und Tier infizieren. Für Infektionen von Haut, Haaren und Nägeln kommen 3 Gruppen von Pilzen in Betracht: Fadenpilze (Dermatophyten), Hefe- oder Sprosspilze (Candida-Spezies) und Schimmelpilze. Sie verursachen dann Entzündungen, Juckreiz und Aufweichungen der Haut. Sind die Finger -oder Zehennägel befallen, kommt es über kurz oder lang zu einer Verfärbung und zum Brüchig-werden der Nagelplatte. Pilzinfektionen sind ansteckend. Fast alle Haut- und Nagelpilzkranken glauben, sie hätten sich die Infektion im Schwimmbad, in der Sauna, in der Turnhalle oder in Gemeinschaftsduschen geholt. Obwohl es selbstverständlich diese Infektionsmöglichkeiten gibt, spielen sie eine deutlich geringere Rolle als allgemein angenommen. Am meisten zu beachten ist die eigene Wohnung, insbesondere Bad und Schlafzimmer, überall, wo man häufig barfuß läuft und wo man die pilzinfizierten Hautschüppchen verliert. Tritt eine Person auf diese Schüppchen, können sie haften bleiben. Nach kurzer Zeit bilden sich aus den in den Schüppchen befindlichen Pilzsporen aktiv wachsende Pilzfäden, die den neuen Wirt infizieren können. Um eine Weiterverbreitung der Pilze und natürlich die Schädigung der eigenen Haut und ihrer Anhangsorgane zu vermeiden, sollte man daher frühzeitig ärztlichen Rat einholen

Mykosen der Haut

Nach einer fachärztlichen Diagnose und dem Ausschluss anderer Gründe für die Entzündung auf der Haut wird sich der Dermatologe für eine medikamentöse Therapie entscheiden. Die Hautpilz-Behandlung beruht in erster Linie auf dem Einsatz von Medikamenten, die gegen Pilze wirksam sind, sogenannte Antimykotika. Sie werden meist nur äußerlich (topisch) angewendet. Dabei gibt es verschiedene Substanzen. Sie wirken, indem sie entweder das Wachstum und die Vermehrung von Pilzen hemmen (fungistatische Wirkung) oder die Pilze abtöten (fungizide Wirkung). Man kann sie allein oder auch in Kombination mit antientzündlichen Substanzen wie topischen Kortikoiden anwenden. Letztere Möglichkeit ist Fällen vorbehalten, bei denen eine starke Entzündung vorliegt. Sie wird nur zu Therapiebeginn angewendet. Ist die Entzündung zurückgegangen, kann dann mit einer alleinigen antimykotischen Therapie weiter behandelt werden.

In schweren Fällen und großflächigem Befall ist allerdings auch eine innerliche Anwendung notwendig. Auch hierfür stehen dem Dermatologen verschiedene Substanzen zur Verfügung, die in Form von Tabletten über längere Zeit eingenommen werden müssen.

Nagelpilzinfektionen

Auch bei Befall der Finger-oder Zehennägel gibt es die Möglichkeit der lokalen Therapie. Hierfür stehen Cremes und Salben, aber auch spezielle Nagellacke oder Pflaster zur Verfügung. Bei manchen Präparaten ist eine Vorbehandlung mit einem Wirkstoff nötig, der die Nagelsubstanz aufweicht, damit das dann folgende Antimykotikum besser wirken kann. Nicht immer ist eine lokale Therapie des Pilzes ausreichend oder medizinisch angezeigt. In diesen Fällen werden antimykotische Wirkstoffe in Tablettenform verordnet. Auch eine kombinierte Behandlung mit z.B. Nagellacken und Tabletten gegen Nagelpilze ist möglich und steigert die Heilungschancen.

Behandlung von Pilzerkrankungen erfordert Geduld

Wenn Sie Pilzerkrankungen der Haut und Nägel behandeln wollen, müssen Sie Durchhaltevermögen beweisen, denn Pilze sind hartnäckig. Zwar zeigt die Anwendung eines geeigneten Antimykotikums oft schon nach wenigen Tagen erste Erfolge, die Behandlung muss aber auch nach Verschwinden der Symptome noch weitergeführt werden: Je nach Art des Erregers und Schweregrad der Infektion ist eine Behandlung über mehrere Wochen oder Monate erforderlich. Bricht man die Behandlung aber vorzeitig ab, kehrt die Pilzinfektion meist rasch zurück. Neben der geduldigen und sorgfältigen Anwendung der vom Arzt verordneten Medikamente können Sie selbst viel dafür tun, um die Heilung zu beschleunigen und Rückfälle zu vermeiden. Tipps dazu finden sie bei Ihrem Dermatologen.

L.JPH.COM.DM.02.2017.0113