Analekzem und Hämorrhoidalleiden

Juckreiz und Brennen im Analbereich sind Beschwerden, über die man nicht gern spricht. Sie können aber sehr lästig sein und sollten daher unter ärztlicher Kontrolle behandelt werden. Unter Analekzem versteht man eine Entzündung und Rötung der Haut um die Afteröffnung und im Enddarm. Charakteristisch für dieses Ekzem sind eine schmerzhafte Entzündung und ein quälender Juckreiz. Die Haut kann nässen und bluten. Gerade in der Nacht ist der Juckreiz häufig schlimm, Schlaf ist kaum möglich. Die Ursache für ein Analekzem kann ein Hämorrhoidalleiden sein. Als Hämorrhoiden werden vergrößerte Blutgefäße am Darmausgang bezeichnet. Einige Zentimeter vor dem Ende des Darms, also innen im After befindet sich ein Polster von Blutgefäßen. Diese Blutgefäße sind eine Art "Abdichtung" des Darmes nach außen; zusammen mit den Aftermuskeln verhindern sie, dass Darmflüssigkeit und Stuhl ständig und unabsichtlich nach außen läuft. Wenn diese Blutgefäße vergrößert sind, ist der Schließmuskel nicht mehr dicht, der After ist ständig feucht und gereizt durch geringe Stuhlreste. Daraus resultieren dann die beschriebenen Beschwerden wie Juckreiz und Entzündungsschmerz.

Therapiemöglichkeiten

Zu welchem Arzt soll man mit derartigen Beschwerden gehen? Spezialisten für Erkrankungen des Enddarms, des Mastdarms und des Analkanals sind Proktologen. Aber auch Hautärzte sind zuständig für die Therapie von Ekzemen in diesen Bereichen. Die Behandlung richtet sich nach der gefundenen Ursache - von äußerlicher Behandlung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten wie Kortikoiden (allein oder auch in Kombination mit einem Lokalanästhetikum) über Diätumstellung bis zu Hämorrhoidenverödung, Sitzbädern usw.. Große Hämorrhoiden werden oft operativ entfernt. In jedem Einzelfall muss die richtige Behandlung vom Arzt bestimmt werden.

Was kann man selbst zusätzlich tun, um die Heilung zu unterstützen?

Afterjucken und Analekzeme können sehr hartnäckig sein. Entscheidend ist die tägliche Mitarbeit bei der Behandlung. Wichtig ist es, für guten Stuhlgang zu sorgen. Dazu gehören eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Bewegung. Weiterhin sollte der Afterbereich tagsüber und in der Nacht trocken gehalten werden. Weitere Tipps erhalten Sie bei Ihrem Dermatologen oder Proktologen.

L.JPH.COM.DM.02.2017.0113