Arztfinder | Servicebox | Kontakt
 

HomeLösungen für Liebe, Leben und GesundheitVerhütungPille & Co.Alternativen zur PilleHormonelle Methoden

Verhütung mit Hormonen

Alle diese Verhütungsmittel wirken auf der Basis von Hormonen. Sie unterscheiden sich in der Art der Anwendung, in der Dosierung (also der Hormonmenge) und der Zusammenstellung (Estrogen und Gestagen alleine oder in Kombination) der Hormone und darin, ob sie positive Zusatzeffekte bieten können. Sie sind sehr sicher. Als Maß für die Sicherheit wird der Pearl-Index (PI) angegeben. Je kleiner er ist, umso sicherer ist eine Methode.

Depot-Spritze (PI 0,4) Hormonspirale (PI 0,05-0,2) Vaginalring (PI 0,65) Hormonpflaster(PI 0,88) Implantat (PI < 0,1)

Depot-Spritze (PI 0,4)

In den Abständen von zwei bis drei Monaten wird eine hohe Dosis Gestagen in den Oberarm gespritzt. Ähnlich wie die Minipille wirkt die Depot-Spritze auf die Schleimhaut der Gebärmutter und verändert den Schleim am Gebärmutterhals. Die Einnistung einer Eizelle wird unterbunden, die Samenzellen am Vordringen in den Körper gehindert. Zusätzlich verhindert sie aufgrund ihrer hohen Dosierung den Eisprung.

Vorteile: Sie brauchen nicht dauernd daran zu denken, bleiben unabhängig und trotzdem drei Monate gut geschützt. Auch Einnahmefehler können keine passieren.

Nachteile: Häufige Nebenwirkungen sind Akne, Haarausfall, Gewichtszunahme, depressive Verstimmungen, Zyklusunregelmäßigkeiten und das Ausbleiben der Regel, auch wenn Sie schon längere Zeit keine Spritze bekommen haben.

Möchten Sie schwanger werden und setzen die Spritze ab, kann es sein, dass sich die Periode erst nicht einstellt. Deshalb sollten Frauen, die demnächst ein Baby wollen, die Spritze besser nicht anwenden. Auch ist die Hormonbelastung durch die Spritze höher als bei anderen Präparaten. Hinzu kommt ein erhöhtes Risiko für brüchige Knochen im Alter (Osteoporose). Aus diesem Grund sollten Sie die Depot-Spritze generell nicht über einen längeren Zeitraum anwenden.

Wenn Sie keine Spritzen mögen und sich schon vorm Blutabnehmen fürchten, ist die Depot-Spritze eher nichts für Sie. Wenn Sie damit kein Problem haben und Estrogene nicht anwenden können, ist die Spritze eine mögliche Alternative.

Hormonspirale (PI 0,05-0,2)

Die Spirale sieht aus wie ein T und besteht aus Kunststoff. Ihr Frauenarzt setzt sie vorsichtig in die Gebärmutter ein, wo sie 5 Jahre lang bleibt. Hier gibt sie kontinuierlich geringe Mengen von Gestagen ab. Dieses macht den Schleimpfropf am Gebärmutterhals für Samenzellen undurchdringbar. Außerdem stört die Spirale den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, so dass sich keine befruchtete Eizelle einnisten könnte.

Die Hormonspirale kombiniert die Vorteile von Minipille und Spirale: Einerseits gibt das Gestagen durch bestimmte Wirkungen auf die Gebärmutter einen sicheren Schutz. Andererseits verhindert die Spirale auch direkt vor Ort, dass befruchtete Eizellen sich in der Gebärmutterschleimhaut einnisten können.

Es können allerdings, vor allem zu Beginn, Zyklusstörungen auftreten, sogar die Regel ausbleiben. Kopfschmerzen, Brustspannen oder Hautunreinheiten und Akne sind ebenfalls beobachtet worden. Für junge Mädchen, die noch kein Kind geboren haben, ist sie nicht immer geeignet, da das Einsetzen dann schwierig und schmerzhaft sein kann.
Wichtig zu wissen!
Die Hormonspirale macht es einfach: Sie müssen 5 Jahre lang nicht an Verhütung denken. Die Regelblutung wird schwächer oder bleibt ganz aus.

Wenn Sie sich lange sicher fühlen und auch nicht über Verhütung nachdenken wollen, ist die Hormonspirale möglicherweise richtig für Sie. Auch Frauen, die noch stillen, haben hier eine sinnvolle Alternative, sofern sie nicht demnächst eine weitere Schwangerschaft planen.

Vaginalring (PI 0,65)

Der Vaginalring ist ein kleiner, ca. 5 cm großer Ring, der sowohl Estrogen als auch Gestagen enthält. Er wird vorsichtig in die Scheide eingeführt und bleibt dort für 21 Tage. Dabei hat er denselben Dreifach-Schutz wie die Pille: Er verhindert den Eisprung, vermindert den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und baut eine Barriere am Gebärmutterhals gegen die Samenzellen auf.

Vorteile: Der Vaginalring funktioniert genau wie die Pille: 21 Tage anwenden, 7 Tage Pause. Erbrechen oder Durchfall haben allerdings weniger Auswirkung. Sie müssen nicht mehr an die tägliche Einnahme denken, nur an den 3-wöchigen Wechsel.

Nachteile: Nebenwirkungen, die für die Pille gelten, treffen auch auf den Ring zu. Also z.B. Kopfschmerzen oder Brustspannen. Darüber hinaus aber auch Scheidenentzündungen. Manche Frauen spüren den Ring in der Scheide und empfinden das als störend, z.B. beim Sex. Außerdem bietet der Vaginalring keine positiven Zusatzeffekte auf Haut, Haar und Gewicht.

Nach drei Wochen muss der Vaginalring entfernt werden. Das kann man selbst machen. Nach der Pause, in der es zur Blutung kommt, wird ein neuer Ring eingesetzt. Es kann aber auch passieren, dass beim Sex oder auf der Toilette der Ring unbemerkt verloren geht. Apropos Sex: Wenn der Ring stört, kann er bis zu drei Stunden aus der Scheide entfernt werden.

Wenn Sie viel unterwegs oder sehr vergesslich sind und keinen geregelten Tagesablauf einhalten können, ist der Ring eine mögliche Alternative.

Hormonpflaster (PI 0,88)

Das meist fleischfarbene, etwa 20 cm2 große Pflaster klebt auf dem Bauch, Po, Oberkörper oder der Außenseite der Oberarme und wird alle 7 Tage ausgewechselt. Wie die Kombinationspille enthält es Gestagen und Estrogen. Die Hormone werden über die Haut aufgenommen und wirken genau wie die Pille - also kein Eisprung, verfestigter Schleimpfropf am Gebärmutterhals, veränderte Gebärmutterschleimhaut. Drei Wochen benutzen Sie jede Woche ein neues Pflaster, die vierte Woche ist pflasterfrei.

Vorteile: Auspacken, aufkleben, nur 1 x in der Woche an den Wechsel denken.

Nachteil: Das Pflaster kann zu Hautreizungen und zu Nebenwirkungen wie unter der Pille führen, z.B. Brustspannen und Übelkeit. Auch sind schmerzhafte Regelblutungen häufiger. Bei übergewichtigen Frauen ist die Wirkung schwächer. Es treten dann häufiger ungewollte Schwangerschaften auf.

Das Pflaster ist ein sichtbares Verhütungsmittel. Im Sommer kann das sehr stören. Nicht nur, dass Sie immer irgendwo ein Pflaster kleben haben, die Verwendung von Körperölen oder Kosmetika können dazu führen, dass sich das Pflaster ganz oder teilweise ablöst, und dann wirkt es nicht mehr sicher.

Das Pflaster ist etwas für Sie, wenn Sie nicht täglich, sondern nur wöchentlich über Verhütung nachdenken wollen. Trotzdem müssen Sie aufpassen, dass Sie das Pflaster nicht verlieren.

Implantat (PI < 0,1)

Unter die Haut des Oberarms wird ein kleines Kunststoffstäbchen eingesetzt, das über 3 Jahre hinweg kontinuierlich ein Gestagen abgibt. Es verändert die Schleimhaut am Gebärmutterhals und verhindert so das Eindringen der Samenzellen. Zusätzlich verhindert es den Eisprung.

Es ist so einfach: Einmal eingesetzt ist die Verhütung erledigt. Sie können keine Fehler machen, sind jederzeit gut geschützt.

Bekannt sind Nebenwirkungen wie z.B. Kopfschmerzen, Brustspannen oder Zyklusstörungen bis hin zum Ausbleiben der Regel. Akne kann schlimmer werden oder erstmals auftreten. Auch Haarausfall oder depressive Verstimmungen sind möglich.

Um ein Implantat zu bekommen, aber auch um es wieder zu entfernen, müssen Sie sich einer kleinen Operation unterziehen. Das macht das Implantat im Gegensatz zu anderen Methoden relativ teuer.

Wenn Sie keine Estrogene anwenden können und nicht täglich an die Einnahme denken wollen, ist das Implantat für Sie möglicherweise eine Alternative. Auch Frauen, die stillen, können auf das Implantat zurückgreifen, weil es kein Estrogen enthält. Es ist vor allem dann geeignet, wenn Sie einen eher unregelmäßigen Lebensrhythmus haben und deshalb nicht so richtig auf die Verhütung achten oder sehr vergesslich sind.

Impressum / Nutzungsbedingungen | Ein- und Verkaufsbedingungen | Datenschutz | © Jenapharm GmbH & Co. KG