Häufige Fragen zum Thema Wechseljahre
Bei allen Fragen zu Wechseljahren, aber auch anderen gynäkologischen Erkrankungen sollten Sie sich vertrauensvoll an Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt wenden. Einige Fragen, die im Zusammenhang mit den Wechseljahren immer wieder gestellt werden, sollen hier ganz kurz beantwortet werden.
Kann ich - obwohl ich die Pille nehme - in die Wechseljahre kommen?
Machen Hormone dick?
Wie helfen Hormonersatzpräparate?
Bekomme ich durch die Einnahme von Hormonen Krebs?
Wirkt die Hormonersatztherapie auch schwangerschaftsverhütend?
Wie schnell wirkt eine niedrig dosierte Hormonersatztherapie?
Kann ich direkt von der Pille auf die Hormonersatztherapie wechseln?
Bei Hormonersatztherapie zur Osteoporosevorbeugung: Soll ich zusätzlich Medikamente einnehmen?
Kann ich - obwohl ich die Pille nehme - in die Wechseljahre kommen?
Ja. Unter der Einnahme der Pille treten aber keine Hormonmangelerscheinungen auf, da ja auch Hormone zugeführt werden, so dass sich die Frauen meist sehr wohl fühlen. Trotzdem sollte etwa ab dem Alter von 50 Jahren das Pillenestrogen nicht mehr zur Anwendung kommen, da es stark wirksam ist und für den Organismus der älteren Frau eine unnötige Belastung darstellt. Zumal mit dem Eintreten der Menopause eine Empfängnisverhütung nicht mehr erforderlich ist.
Machen Hormone dick?
Nein. Studien haben eindeutig gezeigt, dass das nicht so ist. Denn Ursache für einen
Gewichtsanstieg in den Wechseljahren ist eher der Abfall der Hormone, aber hauptsächlich
ist der sinkende Grundumsatz dafür verantwortlich. Das heißt, der Körper benötigt mit
zunehmendem Alter weniger Kalorien. Wird die Ernährung dieser Situation nicht angepasst,
steigt das Körpergewicht automatisch an.
Mitunter kann es bei einigen Frauen anfänglich zu einer leichten Gewichtszunahme von
ein bis zwei Kilo durch die Hormontherapie kommen. Das ist aber ein günstiger Effekt.
Haut und Schleimhäute, die bei einem Estrogenmangel austrocknen, lagern wieder vermehrt
Wasser ein. Das hat sichtbare Folgen: Die Haut wird wieder glatter und kleine Fältchen
werden gemildert.
Wie helfen Hormonersatzpräparate?
Wechseljahresbeschwerden beruhen auf einem Estrogenmangel und lassen sich deshalb durch eine Hormonersatztherapie effektiv lindern bzw. beseitigen. Psychische und körperliche Symptome sprechen gleichermaßen gut auf die Hormonersatztherapie an. Im Allgemeinen hilft bereits eine niedrig dosierte Hormonersatztherapie den Hormonmangel auszugleichen. Da die Beschwerden unterschiedlich lange anhalten können, sollten Sie die Dauer der Behandlung individuell mit Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt beraten.
Bekomme ich durch die Einnahme von Hormonen Krebs?
Hormone bieten vor einigen Krebsarten Schutz. So sinkt bei einer Hormonersatztherapie beispielsweise das Risiko für bösartige Erkrankungen der Gebärmutter oder des Dickdarms. Gegen Brustkrebs allerdings bieten die Hormone keinen Schutz. Die Ursachen für die Entstehung von Brustkrebs sind noch weitgehend ungeklärt. Fest steht bisher, Hormone lösen keinen Krebs aus, jedoch können sie das Wachstum von bereits bestehenden kleinen Tumoren in der Brust beschleunigen. Studien zeigten, dass diese unter Hormoneinfluss wachsenden Tumoren meist eine günstigere Prognose haben.
Wirkt die Hormonersatztherapie auch schwangerschaftsverhütend?
Nein. Präparate zur Hormonersatztherapie sind nicht zur Empfängnisverhütung zugelassen. Zwar sinkt die Fruchtbarkeit mit zunehmendem Alter, dennoch sollten Sie mit Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt beraten, inwieweit bei Ihnen noch eine zusätzliche Verhütung notwendig ist.
Wie schnell wirkt eine niedrig dosierte Hormonersatztherapie?
Die meisten Frauen spüren bereits im ersten Einnahmezyklus eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden.
Kann ich direkt von der Pille auf die Hormonersatztherapie wechseln?
Bestehen keine gesundheitlichen Risiken, spricht durchaus nichts dagegen, dass Frauen bis zu den Wechseljahren, also etwa bis zum 50. Lebensjahr, mit der Pille verhüten. Das bedeutet, dass dann direkt auf eine Hormonersatztherapie umgestellt werden kann.
Ich wende eine Hormonersatztherapie auch zur Osteoporosevorbeugung an.
Soll ich zusätzlich Medikamente einnehmen?
Estrogene bieten einen wirksamen Schutz vor Osteoporose. Selbstverständlich muss auch auf eine ausreichende Kalziumzufuhr, unter eventueller Zugabe von Vitamin D, geachtet werden. Falls schon Brüche vorliegen, müssen andere Medikamente zur Behandlung eingesetzt werden. In jedem Fall sollten Sie sich mit dieser Frage aber an Ihre behandelnde Frauenärztin/Ihren behandelnden Frauenarzt wenden. Nach dem Absetzen der Hormonersatztherapie sollten Sie bei einem bestehenden Risiko aber in jedem Fall auch weiterhin etwas zur Osteoporosevorbeugung tun. Leider wird oft vergessen, dass ausreichende körperliche Aktivität einer der wichtigsten Faktoren der Osteoporoseprophylaxe ist, ohne die alle anderen Maßnahmen nichts nutzen.